Liebe Freunde,
aufgrund von einer Menge von Arbeit bin ich bis jetzt immernoch nicht in der Lage gewesen euch up-to-date zu halten. Bitte etschuldigt dies. Ich versuche bis Ende November euch alles mitzuteilen also bleibt bis dahin noch etwas geduldig.
FRAGEN? MARCEL.ELAMIKA@HOTMAIL.DE
Danke
Dear Friends,
due to the fact that I am almost taxed by my current work, I am still not able to bring you up-to-date. I am sorry. I am going to try to communicate my experience by the end of November. Please be patient.
ANY QUESTIONS? MARCEL.ELAMIKA@HOTMAIL.DE
Thank You
MARCEL
Die Reise in das Morgenland/ Journey to the orient
Als Freiwilliger in Süd-Ost Indien: vom 19.Juli 2010 bis 10. Juli 2011. As volunteer in south-east India: from July the 19th 2010 till July the 10th 2011. ........... von/by Marcel Gretzschel
Dienstag, 16. November 2010
Montag, 6. September 2010
Menschenrechte und die Realität / Human Rights and the Reality
Liebe Freunde,
der August war ein Monat voller neuer Erfahrungen und Erkenntnisse. Nachdem ich meine kleine Motorradtour mit John Murre beendet habe ging es fuer mich natuerlich so schnell, wie nur moeglich nach Vijayawada, um mich bei der Polizei registrieren zu lassen. Ich wusste, dass wenn ich nicht innerhalb von 2 Wochen, nach meiner Anreise, angemeldet bin, Probleme auftreten wuerden. Nur habe ich diesen Zeitraum schon lange ueberschritten gehabt, zu diesen Zeitpunk, was nun automatisch die Folge hatte, dass NewBeginnings Charitable Trust eine Strafe von 1500 Rupien (15€) bezahlen musste. Wiederum wurde mir im Polzeiamt von Vijayawada ausdruecklich mitgeteilt, dass ich nur in dieser Stadt zu bleiben habe. Es scheint so, dass jedes Polzeiamt hier in Andhra Pradesh wohl seine eigenen Gesetze macht. Diesmal hatte ich aber ehrlich gesagt keine Lust mehr mich mit irgendeinem Beamten anzulegen, weil ich einfach nur noch meine Aufenthaltsgenehmigung haben wollte, um endlich unter die Leute zu kommen. Mein Koordinator Ravi, der jetzt automatisch verantwortlich fuer meine Essenzeiten geworden ist, bestaetigte mir auch nochmal, dass jeder Auslaender als potentieller Terrorist angesehen wird. Deswegen der ganze Stress. Somit empfange ich woechentlich einen speziellen Polizeioffizier, der nur mich besucht, schaut wie es mir geht, befragt mich ueber meine Aktivitaeten in der letzten Woche und journalisiert dann diese ganzen Informationen in seinem kleinen suessen Buechlein. Alles fuer die Sicherheit !! :D:D
Ich kann euch sagen, dass der August relativ kurz verlief. Langsam habe ich das Gefuehl mein Zeitgefuehl zu verlieren, denn jeder Tag beginnt anders und hoert auch anders auf. Hoert sich vielleicht normal an, aber die Routine, die ich hier anspreche, die ist noch nicht vorhanden.
Zurzeit haben wir hier aber Monsun. Und das bedeutet, dass es jeden 2. Tag wirklich heftig ueber Stunden regnet. Ich lebe jetzt in meinem eigenen Haus, am Fuße eines Berges, was wiederum bedeutet, dass das ganze Wasser, bergabwaerts fliesst und ich eigentlich kaum davon getroffen werde. Leider ist ein dickes Loch in meinem Dach. Was zur Folge hat, dass, jedesmal, wenn es regnet, meine Lobby sowie der Tuerbereich meines Wohnzimmers unter Wasser steht. Mein Haus selbst ist fuer meine Verhaeltnisse zu gross. Man koennte sagen ich habe mein eigenes Territorium bekommen. Wenn man durch das Tor in mein Areal marschiert, dann befindet sich links mein Haus und geradewegs mein kleiner Garten. Links und Rechts neben meinem Garten stehen zwei Toilettenhaeuschen. Auf dem einen kann ich duschen, denn ich habe eine grosse Wassertonne drin stehen, die ich jeden 3. Tag neu auffuellen muss. Meine Toiletten sind dem asiatischen Stil angeglichen, das bedeutet keine Sitztoiletten. Das Haus selbst besteht aus 4 Raeumen. Eine Eingangslobby, in der ein Tisch steht und mein 5l Wassertank. Ein Wohnzimmer indem mein Arbeitstisch steht, ein Regal in dem ich mein ganzes intellektuelles Zeug hineinstgestellt habe und an der Wand haengt noch ein Spiegel. Neuerdings haengt noch eine Karte von Vijayawada und Indien an der Wand. Mein Schlafzimmer beinhaltet ein Bett, Schrank und Regal. Leider ist kein Ventialor in meinem Schlafzimmer, deswegen muss ich meine Matratze jeden Abend in mein Wohnzimmer befoerdern, sodass ich dort unter dem Deckenventilator einmal der Hitze entkomme und zum zweiten, den laestigen und malaria-dengue-und co-infizierten Moskitos. :D Somit nutze ich den Wind um mich von toedlichen Krankheiten zu schuetzen. Aber meine Beine und Arme sind trotzdem jeden Abend Opfer von Moskitoattacken. Und wisst ihr was, ich wurde tatsaechlich krank am 19. August. Bevor ich dazu komme; es steht noch eine kleine Kueche in meinem Haus. Leider befinden sich nur einpaar Sachen wie Teller, Besteck und mein Glukosepuder darin. Kochmaterial bekomme ich erst in einpaar Monaten, sowie Kuehlschrank fuer das Wasser, damit es auch immer schoen kalt ist. ;)
Am 19. August, wenn ich das so sagen kann, hat es mir wirklich rausgehauen, ausgeknockt. Ich lag 2/3 Tage mit 39/40 Grad Fieber im Bett. Hatte enorm konfuse Traeume. Schwitzte viel und betete dafuer, dass es mir endlich besser gehen soll. Ich spekulierte sogar zu einem Krankenhausbesuch, denn ich fuerchtete, dass es mich wirklich schlimm erwischt haben musste. Nachdem sich dann mein Fieber gelegt hatte auf 38/37 bekam ich aber Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall und wenn ich mich nur 5 Minuten auf meinen Beinen bewegt hatte spuerte ich einen Sauerstoffmangel in meinem Kopf und wurde fast ohnmaechtig. Ja, mir ging es also nicht so gut. :D :D Das wiederspiegelte sich dann auch in meinem Essverhalten und mein Beduerfnis nach Wasser. Gluecklicherweise kuemmerte sich meine neue Familie gut um mich. Sie besorgten mir gutes Paracetamol, lieferten mir Essen, fragten permanent wie es mir geht und somit musste ich diese Sache nicht alleine durchstehen. Trotzdem war es fuer einpaar Stunden sehr erschreckend, da ich noch nie in meinem Leben derartig krank war und in einem solch langen Zeitraum.
Jetzt aber zu meiner Arbeit und den dazugehoerigen Erfahrungen und Erkenntnissen. Ich glaube fuer uns alle ist das Phaenomaen “Armut” , Kinderarbeit und Menschenrechtsverletze kein Geheimnis. Wir alle koennen uns etwas darunter vorstellen. Somit haben wir die Erkenntnis. Aber wenn man es mit seinen Augen sieht, und dabei feststellen muss, dass auch wenn die Menschen die Erkenntnis haben, dann aber trotzdem nichts schnelles dagegen machen, eher mehr Finanzen fuer unwichtigen Kram ausgeben, dann zeigt dies doch, dass von Erkenntnis und eigentlicher AKTION ein grosser Abstand/Luecke besteht. Mit Menschen meine ich nicht du oder ich. Es geht hier mehr um die Regierung von Andhra Pradesh. Aber jetzt zum Geschehen:
Wenn ich mich recht erinnere dann war meine Arbeit mit “The Chain of Charitable Trust” nur einpaar Tage lang. Dies liegt wieder an der Tatsache, dass viele Gelder fehlen und dadurch keine Arbeit zur Verfuegung steht. Das aenderte aber nichts an der Tatsache, dass wir uns 2 Tage lang, zu Fuss in die weit abgelegenden Gebiete von Kondapulli gemacht haben um diverse Arbeitscamps oder Doerfer oder Siedlungen zu besuchen. Das Gebiet um Kondapulli, welches ich meine, beherbergt ein riesiges Steinbruchareal. Man kann sagen, dass sich eine enorm lange Bergkette in dieser Gegend ausstreckt in der irgendeine Firma taeglich, mit Dynamit, Loecher in die Berge sprengt um so Granit zu gewinnen. Die Menschen, die das traurige Schicksal haben, dort zu leben, sind in der Realitaet gar keine Buerger von Andhra Pradesh. All diese Menschen kamen aus Orissa, einerm, im Norden von Andhra Pradesh, gelegenden, Bundesstaasts Indiens. Warum ? Die Frage laesst sich dann beantworten wenn ich ueber die Interviews mit den Buergern von dort berichte. Aufjedenfall ist diese Gegend enorm gefaehrlich. Ich selbst habe eine Sprengung miterleben koennen und muss festellen, dass die herumfliegenden Gesteinsbrocken, toetlich sind. Unter anderem entsteht durch Sprengung und durch die herumfahrenden Lastwagen ein enormer Smog, und eine riesiger Staubwolke oder Nebel, der sich um die ganze Region verbreitet. Ebenso gibt es keine Elektrizitaet und Trinkwassertanks mit dem die Menschen dort ein halbwegs ordentlichen Leben fuehren koennen. Strom im kleinen Sinne, steht nur den Bueros zur Verfuegung, die sich an den Bergen befinden. Aber ringsum den Doerfern, befinden sich nicht einmal Strassen, geschweigedenn Feldwege. Alles ist irgendwie zurecht geschnitten und dass hat wiederum zur Folge, dass Mensch und Natur in dieser Gegend sehr nah aneinander liegende Nachbarn sind. Ebenso scheint die Sonne extrem stark auf diese Landflaeche, was ich ebenso mit erleben konnte, und selbst heute noch ist mein Nacken so dunkelbraun wie mancher Kaffee. Die Menschen dort leiden also schon alleine durch die Umgebung. Jetzt aber zu dem, was ich von den Buergern nach einem langen Interview herausbekommen habe:
Nochmal generell zu der Situation bei Kondapulli ist zu sagen, dass die Menschen dort aus Orissa kommen. Die Regierung von Andhra Pradesh erkennt diese Staemme nicht als Mitbuerger Andhra Pradeshs an, was wiederum bedeutet dass 90% dieser Staemme keine Indentitaet haben. Nur selten besitzen einzelne Familie seine sogenannte “Familienkarte”, welche aber nur mit viel Druck und Bezahlung an die Behoerden herausgegeben werden konnte. Es gibt weder Schulen unter den Staemmen, keine Stromversorgung, kein Trinkwasser und nur eine kleine Quelle in der Naehe des Stammes indem die Menschen sich duschen und ihre Sachen waschen. Noch vor kurzem lebten die Staemme dort allesamt in Lehmhausern mit Palmendaechern, bis vor kurzem die Organisation mit der ich arbeitete, durchsetzen konnte, dass fuer die Staemme wenigstens vier Waende gebaut werden. Diese aber so schlecht wie man es sich nur vorstellen kann, ohne Wandtapizierung, einfach nur Stein auf Stein und befestigt. Durch die mangelnde Bildungssituation sprechen die Leute dort nur Orria, koennen weder Telugu, Hindi oder Englisch. Was zur Folge hat, dass , auch wenn man sie in Schulen schicken wuerde, sie nicht mit den lokalen Menschen kommunizieren koennen. Die Organisation hier schafft es stufenweise den Kindern Basisuntericht in Telugu, Englisch und Wissenschaften zu geben, sodass sie spaeter auf eine staatliche Schule gehen koennen um dort einen Abschluss zu machen. Nur fehlen immernoch viele Gelder, um das Schulgeld zu bezahlen und dadurch wird sich die Planung dieser Sache noch leider auf Jahre verschieben. Grund ? Die schlechte Bezahlung von 1,50 € am Tag macht es nur moeglich die notwendigen Mahlzeiten pro Tag fuer Familien zu besorgen. Ebenso kaempft die Organisation dafuer, die Eltern vieler Kinder davon zu ueberzeugen, dass die Steinbruch-Arbeit fuer die Kinder zu keinem produktiven Resultat fuehren wird in den naechsten Jahren. Leider zerhacken immernoch viele Kinder taeglich Steine und verdienen sozusagen ihr Essen damit. Wenn man das ganze pragmatisch betrachtet, dann ist die mangelnde Bildung unter den Menschen, die sich ueber Jahre angehaeuft hat, Grund, wieso die Arbeit und das Geldverdienen fuer das Essen immer im Vordergrund stehen, denn auch ohne Lesen und Schreiben konnten viele ueberleben. Man kann sich viel streiten was das Beste fuer die Menschen dort ist, aber man sollte nicht anfangen da zu schneiden wo die Wurzel ihr Ende hat, sondern, da wo der Stamm der Pflanze am staerksten ist, sie herauszieht und endlich wachrueckelt auf einer sozialen Ebene, die Gerechtigkeit und Schutz fuer all diese Staemme gibt. Die Regierung. Die Erkenntnis und Anerkennung der Menschenrechte differenzieren sich enorm stark von der Realitaet in dieser Gegend und Spass hat dort keinen Platz mehr;
Jetzt zu den Interviews...
Am 14. August befand ich mich also im “Jaising Camp” und redete, durch einen Orria-Uebersetzer namens Saggar, der ebenso ein Sozialarbeiter von The Chain of Charitable Trust ist, mit einer, ich wuerde schaetzen, mitte 30-jaehrigen Frau namens RANGITA. Leider weiss sie ihr Alter nicht, sodass ich jetzt nur nach meinem Gefuehl gehen muss. Sie teilte mir mit, dass sie schon 10 jahre im Steinbruch arbeitet und lebt. Sie hat mittlerweile 2 Kinder, eines ist 5 Jahre alt und das andere ist 2 Jahre alt. Der Grund fuer sie nach Andhra Pradesh zu kommen war das Problem des dichten Waldes in Orissa, der keine Moeglichkeit zur Arbeit fuer sie bot und heute auch immernoch der Grund ist warum sie nicht zurueck geht. Ebenso fehlt der Schlafplatz und die Arbeit in ihrem alten zuhause. Nachdem ich sie fragte, was denn fuer sie “Armut” bedeute, so sagte sie mir es waere eine Person, die absolut nichts an Sachen, Wasser und Essen hat. Auf meine Frage, ob sie sich als arm ansehen wuerde gab sie mir die Antwort, dass sie durch Gott gepriessen wurde und dadurch ihr Essen, Trinken und Leben hat. Ja, sie ist Christin. Die imperialistische Verbreitung des Christentums hat sogar den letzten Winkel in Kondapulli verseucht. Fuer sie zeigt Jesus Christus Gnade zu ihr mit dem Erbe. das auf ihr jetzt liegt. Wie viele von euch bestimmt vermuten hat RANGITA keinerlei schulische Bildung. Sie kann weder schreiben noch lesen. Nachdem ich sie dann gefragt habe, ob sie gluecklich sei mit dieser Situation, so antwortete sie, dass obwohl sie 3 mal am Tag zu Essen bekommt, sie nicht gluecklich mit der Situation ist, denn der Gedanke daran, dass sie nicht zurueck nach Orissa kommen kann, bekraeftigt dies noch mehr. Besonders nah ans Herz ging mir die Antwort auf die Frage, was sie denn mache, wenn sie krank ist. Aufrgrund von Geldmangel ist sie leider gezwungen den Besitzer des Steinbruchs zu fragen ob er Geld und die Moeglichkeit geben kann, sie oder ihre Familie ins Krankenhaus zu bringen. Leider passierte es einmal, dass eine ihrer Toechter aufgrund dieser Problematik, aufgrund von Krankheit, welche man haette heilen koennen, gestorben ist. Im Allgemeinen macht die ganze Umgebung sie krank. Dies laesst sich am Aussehen der Menschen und der Koerperhaltung ganz leicht erkennen. Umso mehr veraergert sie die Korrpution der Minister des Landes, denn ausnahmlos alle muessen sehr stark unter dem Arbeitszwang und den darausfolgenden Konditionen leiden. Ihr Ehemann zum Beispiel leidet sehr stark an einer koerperlichen Unfaehigkeit, welche es ihm nicht erlaubt im Steinbruch zu arbeiten. So versucht er wenigstens Ziegen zu verkaufen und kann sogar manchmal und mit viel Glueck einen guten Verkauf machen, den der Familie Essen fuer eine Woche bringt. RANGITA selbst arbeitet jeden Tag von 8 Uhr bis 16 Uhr und verdient dabei eine Summe von 90 Rupien, also 1,50€ am Tag. Ich wurde natuerlich gefragt ob ich hier sei um den Menschen ihr Recht auf ein sicheres Zuhause mit grosser Unterstuetzung sichern wuerde, aber dies ist leider nicht der Fall. Trotzdem wurde mir von ihr gesagt, dass sie die Familie als zentralen Punkt ihrer Staerke sieht, und das jede Erschuetterung durch den Familienzusammenhalt eingedaemmt wird. Am Ende des Interviews wurde ich noch reichlich mit Blumen beschenkt und auf dem Weg wurde mir mitgeteilt von ihr, dass sie niemals sich haette erdenken koennen, dass ein Auslaender auf die armen Menschen hier schauen wuerde. Somit habe ich unter den Menschen einen enormen Respekt verdient der mit viel Verantwortung gebunden ist.
Mein zweites Interview hatte im 5km entfernten Aardbi-Steinbruch stattgefunden. Diesmal kam der ganze Stamm, umkreiste mich und BALBIRSINGH und hoerte dem Gespraech konzentriert zu. BALBIRSINGH ist ein 30 jaehriger Mann. Er lebt sogar seit 30 Jahren schon im Aardbi-Steinbruch. Seine Arbeit ist ebenso wie bei den anderen, die Arbeit im Steinbruch. Er hat 4 Kinder (16), (8), (7) und (6). Nachdem ich ihn gefragt habe wieso seine Eltern denn nach Andhra Pradesh gekommen sind, so teilte er mir mit, dass sie aufrgund von Arbeitslosigkeit und keinen Mindeswerten von Essen gezwungen waren das Land zu verlassen. Fuer ihn ist ebenso jemand arm, der nichts hat und er selber sieht sich als arm an. Er teilte mir mit, dass er Hindu sei, ihm aber Gott jeden Tag die Kraft gebe die Verantwortung fuer seine Familie zu uebernehmen. Ebenso wie alle anderen hat auch BALBIRSINGH keine schulische Bildung, kann also weder lesen noch schreiben. Ueberaschenderweise ist er gluecklich mit seiner Situation, denn er sieht das Arbeitscamp mittlerweile als sein zuhause und wenn er zurueck gehen wuerde nach Orissa, dann wuerde fuer ihn kein Zuhause und Job vorhanden sein. Im Falle von Krankheit gibt es fuer ihn zwei Moeglichkeiten ein Krankenhaus zu erreichen. Entweder laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Auch er ist abhaengig von Geldern der Besitzer, denn sei Budget von 100 Rupien pro Tag (1,60€) reicht nicht aus um medizinische Versorgung zu kaufen. Er teilte mir ganz offen mit das “natuerlich” die Regierung daran Schuld sei. Und wenn die Menschen nach Veraenderung draengen wuerden, so wuerde keiner interessiert sein und niemand auf sie hoeren. Es kennt sie nicht mal jemand, die Kleinen, wie er sagte. An offziellen Papieren besitzt er eine Wahlkarte und eine Armutskarte, die ihm erlaubt Essen zu guenstigeren Preisen zu bekommen.
Zum Schluss und Abschied des Interviews wurde ich in BALBIRSINGHs Glauben eingweiht, dass ich von der Goetterseite gekommen waere um den Menschen bei ihm zu helfen. Wieder wurde ich mit Blumen beschenkt und danach liefen wir wieder zurueck zu unserem Buero, 20km entfernt von den Steinbruechen.
Als Immigrant im eigenen Land angesehen zu werden ist eine unglaubliche Erfahrung, die ich bis jetzt in Indien gemacht habe. Ironischerweise gibt es dann solche Leute die mir entgegentreten, von ihrem Land und ihrer Freiheit, Unabhaengigkeit und von der Befreiung der Sklaverei etc. schwaermen und dann selber nicht einmal wissen, dass die meisten Offiziellen sich auch nicht anders benehmen als zuvor. Und das ausgeloest von einem fiktiven provinzialistischen Egoismus, der den Menschen im Lande eher schadet als hilft.
Und die Staemme in Kondapulli leiden heute noch. Jetzt im Moment. Und das werden sie auch noch 10, 20 und noch mehr Jahre lang. Wo es auf der einen Seite an Ueberfluss nur so wimmelt, ist auf der anderen Seite gar nichts vorhanden. Wo bleibt da die Menschlichkeit? Das global-soziale Gefuehl von einem Miteinander, welches uns eigentlich durch unsere Bildung, unsere Politik und dergleichen zusammenschweissen sollte und uns nicht voneinander isolieren sollte. Es gibt noch viel zu machen und viel zu entdecken in Indien.
Ich halte euch auf dem laufenden. Der September scheint ein interessanter Monat zu werden. Ich fange bei einer Kinderrechts-bewilligungsorganisation an und mein 20. Geburtstag steht vor der Tuer.
Bis dahin,
Adieu ..und bleibt menschlich ;)
Dear Friends,
the month of August was full of new experience and discoveries. In order to register myself as quick as possible, I left Rajahundry after the motorcycle-trip through the East-Godavari district. Of course I knew that I am going to get into serious troubles if I would not register myself with a period of two weeks after my arrival in India. But, by that time, the two weeks time period was already been crossed which automatically meant that NewBeginnings Charitable trust was forced to pay a penalty of Rs. 1500 to the police office. (15€). Also, the police inspector of Vijayawada tremendously stressed on the fact that I have to stay at Vijayawada and do not ever leave the city without informing the police. It seems that every police station in Andhra Pradesh creates its own rules. I did not want to get into another argument with any of these police men, therefore I just acknowledged the fact to be visited by a special branch police officer weekly, so that I obtain my permission to stay here and get involved into the life. In addition, my coordinator Ravi confirmed the fact that each foreigner is regarded as a potential terrorist here, therefore I went through this stressful registration business. Safety first!! :D :D
In general, I have the impression that the month of August was relatively succinct. Gradually, I get feeling of losing my sense of time, which is related to the fact that every morning and every evening ends differently. Of course, normally the day ends not as the one before but I am stressing on the fact that there has not still been a general routine in my life in Vijayawada.
Currently we have got the monsoon period. Thus, every second day it rains heavily for hours. I live in my own house now, which is located at the foot of a mountain. The house itself is supposed to be the office of NewBeginnings Charitable Trust, but Ravi does not use it at the moment, so that I can dwell in it. However, the rain causes a heavy water flow, but due to the reason, that I live at the foot of the mountain, the water flows downhill and does not hit my house, luckily. Unfortunately there is a lack in my roof, which causes that my living room and the entrance hall get wet. To be honest, the house is too big for me. I could even claim that I have got my own territory. If you enter through the gate into my “territory”, on the left-hand side you will find my house. If you walk straight, you will be able to have a nice overview of my garden. Besides the garden on the left-hand as well as right-hand side there are rest-rooms. One of them is also being used for showering, because I have got a huge butt in it, which I need to fill with water every third day. My toilets are adjusted to the Asian style that means not sitting-toilets. The house itself consists of 4 rooms; an entrance lobby in which a table and a 5L water tank have been placed, a living-room, which has also got a table and some shelves. Then, I have got a bed-room, but unfortunately there is no fan on the ceiling which means every day, I have to carry the mattress to the living room and sleep there, because it is the only room which has got a fan on the ceiling. Also, it is the only fan which protects me from the hot temperature and also from the malaria-dengue-and co. infected mosquitos. :D Thus, I use the wind in order to protect me from deadly infections. Still, my feet and arms are casualties of mosquito-attacks every night. And do you know what, I, in fact, became sick on the 19th of August. But before I reach that point, there is still a kitchen in my house in which I put things like plates, cutlery and my glucose-powder. I am going to receive the cooking-equipment in a couple of month as well as a refrigerator for the cooling the water. ;)
On the 19th of August, if I can say that, I really got knocked out completely. I have spend 2/3 days laying on my bed and suffering from 39/40 degree fever. I had very confusing dreams. I sweat a lot and prayed for recovering as rapidly as possible. I even speculated on going to the hospitals because I feared to be infected with the worst. After my fever has decreased to 37/37 degree I still suffered from head ache, dizziness, body-pain, diarrhoea and every time I walked, I felt a lack of oxygen in my head and therefore, I almost lost my consciousness. Yes, I have to admit, I felt bad. ;D Even my eating-habit suffered. Luckily my new family looked after me. They gave me paracetamol, carried the meals to my house and always kept observing my condition. Thus, I did not go through that hell alone. But still, for a short period it was really frightening, since I never was sick in such a way and such a long time-frame.
Now, I would like to start and focus on my work relating to the experience and discoveries, which I made. I think the phenomenons of “poverty”, “child-labour” and “violations of Human Rights” are not a secret for all of us. Every single one of us has an impression of what those words mean. Thus, we all have the awareness of such problems. But, if you discover these issues with your own eyes, and you confirm that we have the awareness but still do not act against it rapidly, not even a little bit, and moreover, use our financial resources for unnecessary rubbish, then, it indicates that, there is still a huge gap between the awareness and the action. Further, I do not accuse you or even me, I am looking at the government of Andhra Pradesh. So, but now to the event:
Excuse me when I am wrong, but I guess, the duration of my work together with “The Chain of Charitable Trust” was just a couple of days long. Due to the fact that, again, a lack of money existed in order to implement the project, I was only able to walk to the tribes of Kondapulli and interview the local citizen. The area around Kondapulli, which I am telling about, is surrounded by a huge quarry. There is a long mountain range and the tribes are dwelling immediately alongside the place, at which the dynamite explosion occur, in order to gain granite out of the mountains. All these people are not aboriginal from Andhra Pradesh. They emigrated from the neighbouring state Orissa to Kondapulli in order to get rid of their unemployment and live a healthy and safe life in Andhra Pradesh. However, the area around the mountain range is tremendously dangerous. I made the experience to be present at one of the explosions and I have to say that, the stones, which are bombed out of the mountain are deadly. In addition to that, just a single explosion causes a large fog of dust which distributes itself through the entire territory around the quarries. Also, there is no electricity and drinking water supply available there, which automatically do not enables the citizens to, at least, have an adequate life. Furthermore, around the villages there are no streets and not even small paths. Everything has just been put aside so that an approximate way is available to reach the villages. Nature and Humans live side by side at that place. Likewise, the sun shines directly on this land and brings about a gigantic increase of the temperature. Okay, lets get to the information, which I obtained by interviewing the local citizens:
Again, generally speaking, the people are from Orissa. The Government of Andrha Pradesh does not recognize them as citizen of Andhra Pradesh. Rather, they are regarded as immigrants, which means, they have no identity card. Rarely, families have a so-called “family card”, which they received by the government only by pressuring them and paying a vast amount of money. There are no schools available there, no electricity, no drinking-water and the only place, where people are able to shower and wash their clothes is a small spring, that is located in front of a quarry. Just a couple of month ago, all of the people dwelled in small loam-houses, which have palm-leaves as roof. Luckily, “The Chain of Charitable Trust” enabled the construction of small houses which have wall made of bricks. However, the conditions of those buildings are terrible, because the effort which was put into the work, only reached up to the point when bricking up was done. Due to a lack of education all the people there only speak Orria and nobody is able to communicate either in Telugu, Hindi or English. Therefore, “The Chain of Charitable Trust” gradually achieves to offer basic lessons for a small number of children in Telugu, Hindi, English and Science. Thus, to enable them to study at a school and graduate. However, due to vast lack money, school fees cannot be paid thus, to achieve this goal it is going to take years. Reason? The ludicrous salary of 1,50€ per day only enables families to have their necessary meals per day. Likewise, “The Chain of Charitable Trust” fights for children to stop working at quarries, where most of them, even today, break stones daily. The issue is that parents are hardly convinced by the fact that stopping their children and letting them go to school will be more productive then working. Pragmatically speaking, the poor education among the tribes, which accumulated through many years, is the only reason why “earning money for food” has become the salient aim of each day. Therefore, the capability to read and write is not going to bring them their desperately needed food. We could argue about, “what is the best” for them. But metaphorically speaking, we should not cut the roots at the end, moreover, we have to pull-out the stem of the plant and wake it up in a social manner to reinforce the sense of justice and safety among all those tribes. We have to wake up the government. The Awareness and Recognition of basic Human Rights differentiate enormously in this area.
Now, to the interviews:
On the 14th August I have been to the “Jaising Camp” and I interviewed RANGITA via a face-to-face translator called Saggar, who is also a social worker of “The Chain of Charitable Trust”. RANGITA is approximately in the mid. 30's. Unfortunately, she does not know her age. Since 10 years she lives there. Meanwhile, she has got 2 children. One of them is 5 years old and the other one is 2 years old. The reason for her to move to Andhra Pradesh is that due to a dense forest in Orissa, she could not find an opportunity to work. Even today this issue makes it impossible for her to go back. Also, there would be no place available to sleep and to work. After I asked her, what she regards as “poor” she communicated to me that, it is a person, who has got absolutely nothing. No food, water and cloths. Subsequently, I asked her whether she regards herself as “poor” and she answered she was blessed by god with Food, Water and a life. Yes, she is Christian. Even the last corner of Kondapulli has been poisoned by the imperialistic distribution of Christianity. She believed that with this heritage, Jesus Christ shows mercy to her. I guess many of you already assume that RANGITA has no basic education. She cannot read nor write. Afterwards, I asked her whether she is happy with this situation and she told me that even though she gets 3 meals per day, she is not happy with the situation, because the only thought, that she cannot move back to Orissa confirms the unsatisfactory even more. I felt highly touched after she told me that, due to the fact that hospitals and pharmacies are petty far away and a lack of money makes her requesting the owner of the quarry for support, ones, one of her daughters expired due to a disease, which could have been healed, if she got the appropriate health-support. Generally speaking, the entire environment weakens the people. This is easily observed by the appearance and posture of the people. RANGITA highly blames corrupt ministers because of this condition. All people are forced to work for survival and suffer from the coherent conditions. Her husband for example heavily suffers from physical inability, which makes it impossible for him to work at the quarry. Accordingly, he attempts to sell goats and sometimes, if he is lucky, he makes an extraordinary sale and is able to buy food for one week. RANGITA works from 8 a.m. until 4 p.m. and earn 90 Rupees per day (1,50€). Of course I was asked whether I visit “Jaising Camp” in order to help the people, but that was not the case. Even though, as RANGITA told me, they face heavy problems every day, the family is the central point of their strength and nothing shall interfere this as long as they stick together. By the end of the interview, I received flowers and a vast respect by the people, because none of them thought that a foreigner would come to listen to their daily-issues. And the respect is related to a large responsibility.
The second interview took place at “Aardbi quarry”, which was 5km far from the “Jaising-Camp”. This time, the entire tribe revolved around BALBIRSINGH and me in order to listen carefully to the conversation. BALBIRSINGH is a 30 years old man. He even lives at the “Aardbi-Quarry” for 30 years. His work is the same as the work of all the other fellow-men. They all break stones daily. He has got four children; (16), (8), (7), (6). His parents came to Andhra Pradesh because of unemployment and no basic value for nutrition. I also asked him what he regards as “poor” and he answered in the same way RANGITA, someone, who has got nothing. BALBIRSINGH regards himself as poor. He communicated to me that he is a Hindu, but god sends him the energy to take the responsibility over his family. Due to no basic education he cannot read and write. Surprisingly, he told me he is happy with the current situation, because he regards this place as his home, already. If he goes back to Orissa, there will be no work-place and house available for him. In case of sickness, there are two opportunities to reach a hospital or pharmacy: To walk or by a bicycle. He also depends on loans from the owner of the quarry to buy medical supply, because his salary of 100 Rupees (1, 60€) is not enough. He highly stressed on his opinion that, the government should be blamed for these inconceivable conditions. If the people would push for a change, nobody, as he said, is going to listen to them and shows any interest. The only official documents, which he has got are a voting-card and a poverty-card, which enables him to buy food for less costs.
In the end of the interview, BALBIRSINGH involved me in his belief that I came from the “god-side” in order to help them. Again, I received flowers and we returned to the office, which was 20km far from the quarries.
To be regarded as an immigrant in the own country was an unbelievable experience, which I made in India. Ironically, sometimes people come to me and highly glorify their country for its freedom, independence and liberation from the slavery without being aware of the fact that even some their officials do not behave different then previously. And everything caused by a fictitious-“provincialistic”-egoism, which weakens the people rather then help.
The tribes of Kondapulli still suffer today. Right now, at this moment. And it is going to continue for more then 10 or 20 years. Where one side has got such an abundance of the basic needs, the other side has not got anything. Where is humanism? The global-social feeling of one and all, which is actually given to us by our education, the politics and so on, to stick us together and do not isolate us from each other. There are still a lot of things to do and to discover in India.
I will keep you updated. The month of September seems to become a very interesting one. I start to work with a Child Rights Advocacy Foundation and my 20th birthday is knocking on the door.
Till then,
Adieu, .. and be human ;)
der August war ein Monat voller neuer Erfahrungen und Erkenntnisse. Nachdem ich meine kleine Motorradtour mit John Murre beendet habe ging es fuer mich natuerlich so schnell, wie nur moeglich nach Vijayawada, um mich bei der Polizei registrieren zu lassen. Ich wusste, dass wenn ich nicht innerhalb von 2 Wochen, nach meiner Anreise, angemeldet bin, Probleme auftreten wuerden. Nur habe ich diesen Zeitraum schon lange ueberschritten gehabt, zu diesen Zeitpunk, was nun automatisch die Folge hatte, dass NewBeginnings Charitable Trust eine Strafe von 1500 Rupien (15€) bezahlen musste. Wiederum wurde mir im Polzeiamt von Vijayawada ausdruecklich mitgeteilt, dass ich nur in dieser Stadt zu bleiben habe. Es scheint so, dass jedes Polzeiamt hier in Andhra Pradesh wohl seine eigenen Gesetze macht. Diesmal hatte ich aber ehrlich gesagt keine Lust mehr mich mit irgendeinem Beamten anzulegen, weil ich einfach nur noch meine Aufenthaltsgenehmigung haben wollte, um endlich unter die Leute zu kommen. Mein Koordinator Ravi, der jetzt automatisch verantwortlich fuer meine Essenzeiten geworden ist, bestaetigte mir auch nochmal, dass jeder Auslaender als potentieller Terrorist angesehen wird. Deswegen der ganze Stress. Somit empfange ich woechentlich einen speziellen Polizeioffizier, der nur mich besucht, schaut wie es mir geht, befragt mich ueber meine Aktivitaeten in der letzten Woche und journalisiert dann diese ganzen Informationen in seinem kleinen suessen Buechlein. Alles fuer die Sicherheit !! :D:D
Ich kann euch sagen, dass der August relativ kurz verlief. Langsam habe ich das Gefuehl mein Zeitgefuehl zu verlieren, denn jeder Tag beginnt anders und hoert auch anders auf. Hoert sich vielleicht normal an, aber die Routine, die ich hier anspreche, die ist noch nicht vorhanden.
Zurzeit haben wir hier aber Monsun. Und das bedeutet, dass es jeden 2. Tag wirklich heftig ueber Stunden regnet. Ich lebe jetzt in meinem eigenen Haus, am Fuße eines Berges, was wiederum bedeutet, dass das ganze Wasser, bergabwaerts fliesst und ich eigentlich kaum davon getroffen werde. Leider ist ein dickes Loch in meinem Dach. Was zur Folge hat, dass, jedesmal, wenn es regnet, meine Lobby sowie der Tuerbereich meines Wohnzimmers unter Wasser steht. Mein Haus selbst ist fuer meine Verhaeltnisse zu gross. Man koennte sagen ich habe mein eigenes Territorium bekommen. Wenn man durch das Tor in mein Areal marschiert, dann befindet sich links mein Haus und geradewegs mein kleiner Garten. Links und Rechts neben meinem Garten stehen zwei Toilettenhaeuschen. Auf dem einen kann ich duschen, denn ich habe eine grosse Wassertonne drin stehen, die ich jeden 3. Tag neu auffuellen muss. Meine Toiletten sind dem asiatischen Stil angeglichen, das bedeutet keine Sitztoiletten. Das Haus selbst besteht aus 4 Raeumen. Eine Eingangslobby, in der ein Tisch steht und mein 5l Wassertank. Ein Wohnzimmer indem mein Arbeitstisch steht, ein Regal in dem ich mein ganzes intellektuelles Zeug hineinstgestellt habe und an der Wand haengt noch ein Spiegel. Neuerdings haengt noch eine Karte von Vijayawada und Indien an der Wand. Mein Schlafzimmer beinhaltet ein Bett, Schrank und Regal. Leider ist kein Ventialor in meinem Schlafzimmer, deswegen muss ich meine Matratze jeden Abend in mein Wohnzimmer befoerdern, sodass ich dort unter dem Deckenventilator einmal der Hitze entkomme und zum zweiten, den laestigen und malaria-dengue-und co-infizierten Moskitos. :D Somit nutze ich den Wind um mich von toedlichen Krankheiten zu schuetzen. Aber meine Beine und Arme sind trotzdem jeden Abend Opfer von Moskitoattacken. Und wisst ihr was, ich wurde tatsaechlich krank am 19. August. Bevor ich dazu komme; es steht noch eine kleine Kueche in meinem Haus. Leider befinden sich nur einpaar Sachen wie Teller, Besteck und mein Glukosepuder darin. Kochmaterial bekomme ich erst in einpaar Monaten, sowie Kuehlschrank fuer das Wasser, damit es auch immer schoen kalt ist. ;)
Am 19. August, wenn ich das so sagen kann, hat es mir wirklich rausgehauen, ausgeknockt. Ich lag 2/3 Tage mit 39/40 Grad Fieber im Bett. Hatte enorm konfuse Traeume. Schwitzte viel und betete dafuer, dass es mir endlich besser gehen soll. Ich spekulierte sogar zu einem Krankenhausbesuch, denn ich fuerchtete, dass es mich wirklich schlimm erwischt haben musste. Nachdem sich dann mein Fieber gelegt hatte auf 38/37 bekam ich aber Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall und wenn ich mich nur 5 Minuten auf meinen Beinen bewegt hatte spuerte ich einen Sauerstoffmangel in meinem Kopf und wurde fast ohnmaechtig. Ja, mir ging es also nicht so gut. :D :D Das wiederspiegelte sich dann auch in meinem Essverhalten und mein Beduerfnis nach Wasser. Gluecklicherweise kuemmerte sich meine neue Familie gut um mich. Sie besorgten mir gutes Paracetamol, lieferten mir Essen, fragten permanent wie es mir geht und somit musste ich diese Sache nicht alleine durchstehen. Trotzdem war es fuer einpaar Stunden sehr erschreckend, da ich noch nie in meinem Leben derartig krank war und in einem solch langen Zeitraum.
Jetzt aber zu meiner Arbeit und den dazugehoerigen Erfahrungen und Erkenntnissen. Ich glaube fuer uns alle ist das Phaenomaen “Armut” , Kinderarbeit und Menschenrechtsverletze kein Geheimnis. Wir alle koennen uns etwas darunter vorstellen. Somit haben wir die Erkenntnis. Aber wenn man es mit seinen Augen sieht, und dabei feststellen muss, dass auch wenn die Menschen die Erkenntnis haben, dann aber trotzdem nichts schnelles dagegen machen, eher mehr Finanzen fuer unwichtigen Kram ausgeben, dann zeigt dies doch, dass von Erkenntnis und eigentlicher AKTION ein grosser Abstand/Luecke besteht. Mit Menschen meine ich nicht du oder ich. Es geht hier mehr um die Regierung von Andhra Pradesh. Aber jetzt zum Geschehen:
Wenn ich mich recht erinnere dann war meine Arbeit mit “The Chain of Charitable Trust” nur einpaar Tage lang. Dies liegt wieder an der Tatsache, dass viele Gelder fehlen und dadurch keine Arbeit zur Verfuegung steht. Das aenderte aber nichts an der Tatsache, dass wir uns 2 Tage lang, zu Fuss in die weit abgelegenden Gebiete von Kondapulli gemacht haben um diverse Arbeitscamps oder Doerfer oder Siedlungen zu besuchen. Das Gebiet um Kondapulli, welches ich meine, beherbergt ein riesiges Steinbruchareal. Man kann sagen, dass sich eine enorm lange Bergkette in dieser Gegend ausstreckt in der irgendeine Firma taeglich, mit Dynamit, Loecher in die Berge sprengt um so Granit zu gewinnen. Die Menschen, die das traurige Schicksal haben, dort zu leben, sind in der Realitaet gar keine Buerger von Andhra Pradesh. All diese Menschen kamen aus Orissa, einerm, im Norden von Andhra Pradesh, gelegenden, Bundesstaasts Indiens. Warum ? Die Frage laesst sich dann beantworten wenn ich ueber die Interviews mit den Buergern von dort berichte. Aufjedenfall ist diese Gegend enorm gefaehrlich. Ich selbst habe eine Sprengung miterleben koennen und muss festellen, dass die herumfliegenden Gesteinsbrocken, toetlich sind. Unter anderem entsteht durch Sprengung und durch die herumfahrenden Lastwagen ein enormer Smog, und eine riesiger Staubwolke oder Nebel, der sich um die ganze Region verbreitet. Ebenso gibt es keine Elektrizitaet und Trinkwassertanks mit dem die Menschen dort ein halbwegs ordentlichen Leben fuehren koennen. Strom im kleinen Sinne, steht nur den Bueros zur Verfuegung, die sich an den Bergen befinden. Aber ringsum den Doerfern, befinden sich nicht einmal Strassen, geschweigedenn Feldwege. Alles ist irgendwie zurecht geschnitten und dass hat wiederum zur Folge, dass Mensch und Natur in dieser Gegend sehr nah aneinander liegende Nachbarn sind. Ebenso scheint die Sonne extrem stark auf diese Landflaeche, was ich ebenso mit erleben konnte, und selbst heute noch ist mein Nacken so dunkelbraun wie mancher Kaffee. Die Menschen dort leiden also schon alleine durch die Umgebung. Jetzt aber zu dem, was ich von den Buergern nach einem langen Interview herausbekommen habe:
Nochmal generell zu der Situation bei Kondapulli ist zu sagen, dass die Menschen dort aus Orissa kommen. Die Regierung von Andhra Pradesh erkennt diese Staemme nicht als Mitbuerger Andhra Pradeshs an, was wiederum bedeutet dass 90% dieser Staemme keine Indentitaet haben. Nur selten besitzen einzelne Familie seine sogenannte “Familienkarte”, welche aber nur mit viel Druck und Bezahlung an die Behoerden herausgegeben werden konnte. Es gibt weder Schulen unter den Staemmen, keine Stromversorgung, kein Trinkwasser und nur eine kleine Quelle in der Naehe des Stammes indem die Menschen sich duschen und ihre Sachen waschen. Noch vor kurzem lebten die Staemme dort allesamt in Lehmhausern mit Palmendaechern, bis vor kurzem die Organisation mit der ich arbeitete, durchsetzen konnte, dass fuer die Staemme wenigstens vier Waende gebaut werden. Diese aber so schlecht wie man es sich nur vorstellen kann, ohne Wandtapizierung, einfach nur Stein auf Stein und befestigt. Durch die mangelnde Bildungssituation sprechen die Leute dort nur Orria, koennen weder Telugu, Hindi oder Englisch. Was zur Folge hat, dass , auch wenn man sie in Schulen schicken wuerde, sie nicht mit den lokalen Menschen kommunizieren koennen. Die Organisation hier schafft es stufenweise den Kindern Basisuntericht in Telugu, Englisch und Wissenschaften zu geben, sodass sie spaeter auf eine staatliche Schule gehen koennen um dort einen Abschluss zu machen. Nur fehlen immernoch viele Gelder, um das Schulgeld zu bezahlen und dadurch wird sich die Planung dieser Sache noch leider auf Jahre verschieben. Grund ? Die schlechte Bezahlung von 1,50 € am Tag macht es nur moeglich die notwendigen Mahlzeiten pro Tag fuer Familien zu besorgen. Ebenso kaempft die Organisation dafuer, die Eltern vieler Kinder davon zu ueberzeugen, dass die Steinbruch-Arbeit fuer die Kinder zu keinem produktiven Resultat fuehren wird in den naechsten Jahren. Leider zerhacken immernoch viele Kinder taeglich Steine und verdienen sozusagen ihr Essen damit. Wenn man das ganze pragmatisch betrachtet, dann ist die mangelnde Bildung unter den Menschen, die sich ueber Jahre angehaeuft hat, Grund, wieso die Arbeit und das Geldverdienen fuer das Essen immer im Vordergrund stehen, denn auch ohne Lesen und Schreiben konnten viele ueberleben. Man kann sich viel streiten was das Beste fuer die Menschen dort ist, aber man sollte nicht anfangen da zu schneiden wo die Wurzel ihr Ende hat, sondern, da wo der Stamm der Pflanze am staerksten ist, sie herauszieht und endlich wachrueckelt auf einer sozialen Ebene, die Gerechtigkeit und Schutz fuer all diese Staemme gibt. Die Regierung. Die Erkenntnis und Anerkennung der Menschenrechte differenzieren sich enorm stark von der Realitaet in dieser Gegend und Spass hat dort keinen Platz mehr;
Jetzt zu den Interviews...
Am 14. August befand ich mich also im “Jaising Camp” und redete, durch einen Orria-Uebersetzer namens Saggar, der ebenso ein Sozialarbeiter von The Chain of Charitable Trust ist, mit einer, ich wuerde schaetzen, mitte 30-jaehrigen Frau namens RANGITA. Leider weiss sie ihr Alter nicht, sodass ich jetzt nur nach meinem Gefuehl gehen muss. Sie teilte mir mit, dass sie schon 10 jahre im Steinbruch arbeitet und lebt. Sie hat mittlerweile 2 Kinder, eines ist 5 Jahre alt und das andere ist 2 Jahre alt. Der Grund fuer sie nach Andhra Pradesh zu kommen war das Problem des dichten Waldes in Orissa, der keine Moeglichkeit zur Arbeit fuer sie bot und heute auch immernoch der Grund ist warum sie nicht zurueck geht. Ebenso fehlt der Schlafplatz und die Arbeit in ihrem alten zuhause. Nachdem ich sie fragte, was denn fuer sie “Armut” bedeute, so sagte sie mir es waere eine Person, die absolut nichts an Sachen, Wasser und Essen hat. Auf meine Frage, ob sie sich als arm ansehen wuerde gab sie mir die Antwort, dass sie durch Gott gepriessen wurde und dadurch ihr Essen, Trinken und Leben hat. Ja, sie ist Christin. Die imperialistische Verbreitung des Christentums hat sogar den letzten Winkel in Kondapulli verseucht. Fuer sie zeigt Jesus Christus Gnade zu ihr mit dem Erbe. das auf ihr jetzt liegt. Wie viele von euch bestimmt vermuten hat RANGITA keinerlei schulische Bildung. Sie kann weder schreiben noch lesen. Nachdem ich sie dann gefragt habe, ob sie gluecklich sei mit dieser Situation, so antwortete sie, dass obwohl sie 3 mal am Tag zu Essen bekommt, sie nicht gluecklich mit der Situation ist, denn der Gedanke daran, dass sie nicht zurueck nach Orissa kommen kann, bekraeftigt dies noch mehr. Besonders nah ans Herz ging mir die Antwort auf die Frage, was sie denn mache, wenn sie krank ist. Aufrgrund von Geldmangel ist sie leider gezwungen den Besitzer des Steinbruchs zu fragen ob er Geld und die Moeglichkeit geben kann, sie oder ihre Familie ins Krankenhaus zu bringen. Leider passierte es einmal, dass eine ihrer Toechter aufgrund dieser Problematik, aufgrund von Krankheit, welche man haette heilen koennen, gestorben ist. Im Allgemeinen macht die ganze Umgebung sie krank. Dies laesst sich am Aussehen der Menschen und der Koerperhaltung ganz leicht erkennen. Umso mehr veraergert sie die Korrpution der Minister des Landes, denn ausnahmlos alle muessen sehr stark unter dem Arbeitszwang und den darausfolgenden Konditionen leiden. Ihr Ehemann zum Beispiel leidet sehr stark an einer koerperlichen Unfaehigkeit, welche es ihm nicht erlaubt im Steinbruch zu arbeiten. So versucht er wenigstens Ziegen zu verkaufen und kann sogar manchmal und mit viel Glueck einen guten Verkauf machen, den der Familie Essen fuer eine Woche bringt. RANGITA selbst arbeitet jeden Tag von 8 Uhr bis 16 Uhr und verdient dabei eine Summe von 90 Rupien, also 1,50€ am Tag. Ich wurde natuerlich gefragt ob ich hier sei um den Menschen ihr Recht auf ein sicheres Zuhause mit grosser Unterstuetzung sichern wuerde, aber dies ist leider nicht der Fall. Trotzdem wurde mir von ihr gesagt, dass sie die Familie als zentralen Punkt ihrer Staerke sieht, und das jede Erschuetterung durch den Familienzusammenhalt eingedaemmt wird. Am Ende des Interviews wurde ich noch reichlich mit Blumen beschenkt und auf dem Weg wurde mir mitgeteilt von ihr, dass sie niemals sich haette erdenken koennen, dass ein Auslaender auf die armen Menschen hier schauen wuerde. Somit habe ich unter den Menschen einen enormen Respekt verdient der mit viel Verantwortung gebunden ist.
Mein zweites Interview hatte im 5km entfernten Aardbi-Steinbruch stattgefunden. Diesmal kam der ganze Stamm, umkreiste mich und BALBIRSINGH und hoerte dem Gespraech konzentriert zu. BALBIRSINGH ist ein 30 jaehriger Mann. Er lebt sogar seit 30 Jahren schon im Aardbi-Steinbruch. Seine Arbeit ist ebenso wie bei den anderen, die Arbeit im Steinbruch. Er hat 4 Kinder (16), (8), (7) und (6). Nachdem ich ihn gefragt habe wieso seine Eltern denn nach Andhra Pradesh gekommen sind, so teilte er mir mit, dass sie aufrgund von Arbeitslosigkeit und keinen Mindeswerten von Essen gezwungen waren das Land zu verlassen. Fuer ihn ist ebenso jemand arm, der nichts hat und er selber sieht sich als arm an. Er teilte mir mit, dass er Hindu sei, ihm aber Gott jeden Tag die Kraft gebe die Verantwortung fuer seine Familie zu uebernehmen. Ebenso wie alle anderen hat auch BALBIRSINGH keine schulische Bildung, kann also weder lesen noch schreiben. Ueberaschenderweise ist er gluecklich mit seiner Situation, denn er sieht das Arbeitscamp mittlerweile als sein zuhause und wenn er zurueck gehen wuerde nach Orissa, dann wuerde fuer ihn kein Zuhause und Job vorhanden sein. Im Falle von Krankheit gibt es fuer ihn zwei Moeglichkeiten ein Krankenhaus zu erreichen. Entweder laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Auch er ist abhaengig von Geldern der Besitzer, denn sei Budget von 100 Rupien pro Tag (1,60€) reicht nicht aus um medizinische Versorgung zu kaufen. Er teilte mir ganz offen mit das “natuerlich” die Regierung daran Schuld sei. Und wenn die Menschen nach Veraenderung draengen wuerden, so wuerde keiner interessiert sein und niemand auf sie hoeren. Es kennt sie nicht mal jemand, die Kleinen, wie er sagte. An offziellen Papieren besitzt er eine Wahlkarte und eine Armutskarte, die ihm erlaubt Essen zu guenstigeren Preisen zu bekommen.
Zum Schluss und Abschied des Interviews wurde ich in BALBIRSINGHs Glauben eingweiht, dass ich von der Goetterseite gekommen waere um den Menschen bei ihm zu helfen. Wieder wurde ich mit Blumen beschenkt und danach liefen wir wieder zurueck zu unserem Buero, 20km entfernt von den Steinbruechen.
Als Immigrant im eigenen Land angesehen zu werden ist eine unglaubliche Erfahrung, die ich bis jetzt in Indien gemacht habe. Ironischerweise gibt es dann solche Leute die mir entgegentreten, von ihrem Land und ihrer Freiheit, Unabhaengigkeit und von der Befreiung der Sklaverei etc. schwaermen und dann selber nicht einmal wissen, dass die meisten Offiziellen sich auch nicht anders benehmen als zuvor. Und das ausgeloest von einem fiktiven provinzialistischen Egoismus, der den Menschen im Lande eher schadet als hilft.
Und die Staemme in Kondapulli leiden heute noch. Jetzt im Moment. Und das werden sie auch noch 10, 20 und noch mehr Jahre lang. Wo es auf der einen Seite an Ueberfluss nur so wimmelt, ist auf der anderen Seite gar nichts vorhanden. Wo bleibt da die Menschlichkeit? Das global-soziale Gefuehl von einem Miteinander, welches uns eigentlich durch unsere Bildung, unsere Politik und dergleichen zusammenschweissen sollte und uns nicht voneinander isolieren sollte. Es gibt noch viel zu machen und viel zu entdecken in Indien.
Ich halte euch auf dem laufenden. Der September scheint ein interessanter Monat zu werden. Ich fange bei einer Kinderrechts-bewilligungsorganisation an und mein 20. Geburtstag steht vor der Tuer.
Bis dahin,
Adieu ..und bleibt menschlich ;)
Dear Friends,
the month of August was full of new experience and discoveries. In order to register myself as quick as possible, I left Rajahundry after the motorcycle-trip through the East-Godavari district. Of course I knew that I am going to get into serious troubles if I would not register myself with a period of two weeks after my arrival in India. But, by that time, the two weeks time period was already been crossed which automatically meant that NewBeginnings Charitable trust was forced to pay a penalty of Rs. 1500 to the police office. (15€). Also, the police inspector of Vijayawada tremendously stressed on the fact that I have to stay at Vijayawada and do not ever leave the city without informing the police. It seems that every police station in Andhra Pradesh creates its own rules. I did not want to get into another argument with any of these police men, therefore I just acknowledged the fact to be visited by a special branch police officer weekly, so that I obtain my permission to stay here and get involved into the life. In addition, my coordinator Ravi confirmed the fact that each foreigner is regarded as a potential terrorist here, therefore I went through this stressful registration business. Safety first!! :D :D
In general, I have the impression that the month of August was relatively succinct. Gradually, I get feeling of losing my sense of time, which is related to the fact that every morning and every evening ends differently. Of course, normally the day ends not as the one before but I am stressing on the fact that there has not still been a general routine in my life in Vijayawada.
Currently we have got the monsoon period. Thus, every second day it rains heavily for hours. I live in my own house now, which is located at the foot of a mountain. The house itself is supposed to be the office of NewBeginnings Charitable Trust, but Ravi does not use it at the moment, so that I can dwell in it. However, the rain causes a heavy water flow, but due to the reason, that I live at the foot of the mountain, the water flows downhill and does not hit my house, luckily. Unfortunately there is a lack in my roof, which causes that my living room and the entrance hall get wet. To be honest, the house is too big for me. I could even claim that I have got my own territory. If you enter through the gate into my “territory”, on the left-hand side you will find my house. If you walk straight, you will be able to have a nice overview of my garden. Besides the garden on the left-hand as well as right-hand side there are rest-rooms. One of them is also being used for showering, because I have got a huge butt in it, which I need to fill with water every third day. My toilets are adjusted to the Asian style that means not sitting-toilets. The house itself consists of 4 rooms; an entrance lobby in which a table and a 5L water tank have been placed, a living-room, which has also got a table and some shelves. Then, I have got a bed-room, but unfortunately there is no fan on the ceiling which means every day, I have to carry the mattress to the living room and sleep there, because it is the only room which has got a fan on the ceiling. Also, it is the only fan which protects me from the hot temperature and also from the malaria-dengue-and co. infected mosquitos. :D Thus, I use the wind in order to protect me from deadly infections. Still, my feet and arms are casualties of mosquito-attacks every night. And do you know what, I, in fact, became sick on the 19th of August. But before I reach that point, there is still a kitchen in my house in which I put things like plates, cutlery and my glucose-powder. I am going to receive the cooking-equipment in a couple of month as well as a refrigerator for the cooling the water. ;)
On the 19th of August, if I can say that, I really got knocked out completely. I have spend 2/3 days laying on my bed and suffering from 39/40 degree fever. I had very confusing dreams. I sweat a lot and prayed for recovering as rapidly as possible. I even speculated on going to the hospitals because I feared to be infected with the worst. After my fever has decreased to 37/37 degree I still suffered from head ache, dizziness, body-pain, diarrhoea and every time I walked, I felt a lack of oxygen in my head and therefore, I almost lost my consciousness. Yes, I have to admit, I felt bad. ;D Even my eating-habit suffered. Luckily my new family looked after me. They gave me paracetamol, carried the meals to my house and always kept observing my condition. Thus, I did not go through that hell alone. But still, for a short period it was really frightening, since I never was sick in such a way and such a long time-frame.
Now, I would like to start and focus on my work relating to the experience and discoveries, which I made. I think the phenomenons of “poverty”, “child-labour” and “violations of Human Rights” are not a secret for all of us. Every single one of us has an impression of what those words mean. Thus, we all have the awareness of such problems. But, if you discover these issues with your own eyes, and you confirm that we have the awareness but still do not act against it rapidly, not even a little bit, and moreover, use our financial resources for unnecessary rubbish, then, it indicates that, there is still a huge gap between the awareness and the action. Further, I do not accuse you or even me, I am looking at the government of Andhra Pradesh. So, but now to the event:
Excuse me when I am wrong, but I guess, the duration of my work together with “The Chain of Charitable Trust” was just a couple of days long. Due to the fact that, again, a lack of money existed in order to implement the project, I was only able to walk to the tribes of Kondapulli and interview the local citizen. The area around Kondapulli, which I am telling about, is surrounded by a huge quarry. There is a long mountain range and the tribes are dwelling immediately alongside the place, at which the dynamite explosion occur, in order to gain granite out of the mountains. All these people are not aboriginal from Andhra Pradesh. They emigrated from the neighbouring state Orissa to Kondapulli in order to get rid of their unemployment and live a healthy and safe life in Andhra Pradesh. However, the area around the mountain range is tremendously dangerous. I made the experience to be present at one of the explosions and I have to say that, the stones, which are bombed out of the mountain are deadly. In addition to that, just a single explosion causes a large fog of dust which distributes itself through the entire territory around the quarries. Also, there is no electricity and drinking water supply available there, which automatically do not enables the citizens to, at least, have an adequate life. Furthermore, around the villages there are no streets and not even small paths. Everything has just been put aside so that an approximate way is available to reach the villages. Nature and Humans live side by side at that place. Likewise, the sun shines directly on this land and brings about a gigantic increase of the temperature. Okay, lets get to the information, which I obtained by interviewing the local citizens:
Again, generally speaking, the people are from Orissa. The Government of Andrha Pradesh does not recognize them as citizen of Andhra Pradesh. Rather, they are regarded as immigrants, which means, they have no identity card. Rarely, families have a so-called “family card”, which they received by the government only by pressuring them and paying a vast amount of money. There are no schools available there, no electricity, no drinking-water and the only place, where people are able to shower and wash their clothes is a small spring, that is located in front of a quarry. Just a couple of month ago, all of the people dwelled in small loam-houses, which have palm-leaves as roof. Luckily, “The Chain of Charitable Trust” enabled the construction of small houses which have wall made of bricks. However, the conditions of those buildings are terrible, because the effort which was put into the work, only reached up to the point when bricking up was done. Due to a lack of education all the people there only speak Orria and nobody is able to communicate either in Telugu, Hindi or English. Therefore, “The Chain of Charitable Trust” gradually achieves to offer basic lessons for a small number of children in Telugu, Hindi, English and Science. Thus, to enable them to study at a school and graduate. However, due to vast lack money, school fees cannot be paid thus, to achieve this goal it is going to take years. Reason? The ludicrous salary of 1,50€ per day only enables families to have their necessary meals per day. Likewise, “The Chain of Charitable Trust” fights for children to stop working at quarries, where most of them, even today, break stones daily. The issue is that parents are hardly convinced by the fact that stopping their children and letting them go to school will be more productive then working. Pragmatically speaking, the poor education among the tribes, which accumulated through many years, is the only reason why “earning money for food” has become the salient aim of each day. Therefore, the capability to read and write is not going to bring them their desperately needed food. We could argue about, “what is the best” for them. But metaphorically speaking, we should not cut the roots at the end, moreover, we have to pull-out the stem of the plant and wake it up in a social manner to reinforce the sense of justice and safety among all those tribes. We have to wake up the government. The Awareness and Recognition of basic Human Rights differentiate enormously in this area.
Now, to the interviews:
On the 14th August I have been to the “Jaising Camp” and I interviewed RANGITA via a face-to-face translator called Saggar, who is also a social worker of “The Chain of Charitable Trust”. RANGITA is approximately in the mid. 30's. Unfortunately, she does not know her age. Since 10 years she lives there. Meanwhile, she has got 2 children. One of them is 5 years old and the other one is 2 years old. The reason for her to move to Andhra Pradesh is that due to a dense forest in Orissa, she could not find an opportunity to work. Even today this issue makes it impossible for her to go back. Also, there would be no place available to sleep and to work. After I asked her, what she regards as “poor” she communicated to me that, it is a person, who has got absolutely nothing. No food, water and cloths. Subsequently, I asked her whether she regards herself as “poor” and she answered she was blessed by god with Food, Water and a life. Yes, she is Christian. Even the last corner of Kondapulli has been poisoned by the imperialistic distribution of Christianity. She believed that with this heritage, Jesus Christ shows mercy to her. I guess many of you already assume that RANGITA has no basic education. She cannot read nor write. Afterwards, I asked her whether she is happy with this situation and she told me that even though she gets 3 meals per day, she is not happy with the situation, because the only thought, that she cannot move back to Orissa confirms the unsatisfactory even more. I felt highly touched after she told me that, due to the fact that hospitals and pharmacies are petty far away and a lack of money makes her requesting the owner of the quarry for support, ones, one of her daughters expired due to a disease, which could have been healed, if she got the appropriate health-support. Generally speaking, the entire environment weakens the people. This is easily observed by the appearance and posture of the people. RANGITA highly blames corrupt ministers because of this condition. All people are forced to work for survival and suffer from the coherent conditions. Her husband for example heavily suffers from physical inability, which makes it impossible for him to work at the quarry. Accordingly, he attempts to sell goats and sometimes, if he is lucky, he makes an extraordinary sale and is able to buy food for one week. RANGITA works from 8 a.m. until 4 p.m. and earn 90 Rupees per day (1,50€). Of course I was asked whether I visit “Jaising Camp” in order to help the people, but that was not the case. Even though, as RANGITA told me, they face heavy problems every day, the family is the central point of their strength and nothing shall interfere this as long as they stick together. By the end of the interview, I received flowers and a vast respect by the people, because none of them thought that a foreigner would come to listen to their daily-issues. And the respect is related to a large responsibility.
The second interview took place at “Aardbi quarry”, which was 5km far from the “Jaising-Camp”. This time, the entire tribe revolved around BALBIRSINGH and me in order to listen carefully to the conversation. BALBIRSINGH is a 30 years old man. He even lives at the “Aardbi-Quarry” for 30 years. His work is the same as the work of all the other fellow-men. They all break stones daily. He has got four children; (16), (8), (7), (6). His parents came to Andhra Pradesh because of unemployment and no basic value for nutrition. I also asked him what he regards as “poor” and he answered in the same way RANGITA, someone, who has got nothing. BALBIRSINGH regards himself as poor. He communicated to me that he is a Hindu, but god sends him the energy to take the responsibility over his family. Due to no basic education he cannot read and write. Surprisingly, he told me he is happy with the current situation, because he regards this place as his home, already. If he goes back to Orissa, there will be no work-place and house available for him. In case of sickness, there are two opportunities to reach a hospital or pharmacy: To walk or by a bicycle. He also depends on loans from the owner of the quarry to buy medical supply, because his salary of 100 Rupees (1, 60€) is not enough. He highly stressed on his opinion that, the government should be blamed for these inconceivable conditions. If the people would push for a change, nobody, as he said, is going to listen to them and shows any interest. The only official documents, which he has got are a voting-card and a poverty-card, which enables him to buy food for less costs.
In the end of the interview, BALBIRSINGH involved me in his belief that I came from the “god-side” in order to help them. Again, I received flowers and we returned to the office, which was 20km far from the quarries.
To be regarded as an immigrant in the own country was an unbelievable experience, which I made in India. Ironically, sometimes people come to me and highly glorify their country for its freedom, independence and liberation from the slavery without being aware of the fact that even some their officials do not behave different then previously. And everything caused by a fictitious-“provincialistic”-egoism, which weakens the people rather then help.
The tribes of Kondapulli still suffer today. Right now, at this moment. And it is going to continue for more then 10 or 20 years. Where one side has got such an abundance of the basic needs, the other side has not got anything. Where is humanism? The global-social feeling of one and all, which is actually given to us by our education, the politics and so on, to stick us together and do not isolate us from each other. There are still a lot of things to do and to discover in India.
I will keep you updated. The month of September seems to become a very interesting one. I start to work with a Child Rights Advocacy Foundation and my 20th birthday is knocking on the door.
Till then,
Adieu, .. and be human ;)
Montag, 16. August 2010
Willkommen in Indien / Welcome to India
Liebe Freunde,
Mein Leben in Indien hat begonnen, und die ersten 3 Wochen waren verrückter denn je.
Am 19. Juli bin ich gegen 23:30Uhr am Flughafen Shamshabad, in der Nähe von Hyderabad, gelandet und setzte meinen ersten Fuß auf Indien. Während meines Fluges hatten wir wegen dem schlechten Wetter ein paar Schwierigkeiten über dem nahen Osten, aber die Situation beruhigte sich schon nach 10 Minuten und somit flogen wir alle beruhigt weiter in Richtung Zentral-Indien. Generell war der Flug sehr angenehm, obwohl er auch sehr lange war und ich leider kein Auge zumachen konnte. Die Flugdauer betrug 9 Stunden von Frankfurt nach Shamshabad.
Als wir dann nach unserer Ankunft den Flughafen verließen wurde unsere kleine Gruppe von Mitarbeitern der Organisation „New Beginnings Charitable Trust“ abgeholt. Alle von uns dachten natürlich, dass wir in der Hauptstadt Hyderabad für ein paar Tage Pause machen würden, um uns an das Klima und an das Leben hier erstmal zu gewöhnen, aber wir wurden enttäuscht. Sie sagten uns wir müssen eine weitere Fahrt auf uns nehmen. Nämlich nach Vijayawada. Und somit fuhren wir 7 Stunden lang, also die ganze Nacht durch, in einem Kleinbus nach Vijayawada. Zwei hinten auf kleinen Plätzen im Kofferraum und 2 in der Mitte des Kleinbusses.
Die „Autobahn“ in Indien
Manchmal denke ich, dass die Inder einer der besten Nationen sind, wenn es um das Fahren von Autos und Motorroller geht. Aber das meine ich nicht im positiven Sinne, denn unsere 7-stündige Fahrt von Shamshabad nach Vijayawada war im wahrsten Sinne des Wortes die „Hölle auf Erden“.
Auf der indischen Autobahn war jeder Fahrer, selbst unserer, rücksichtsloser wie kein anderer. Zu aller erst ist auf den Straßen ein permanentes Hupkonzert. Jeder drängelt, jeder will vorbei, jeder will der schnellste sein. Dann war die Autobahn eine einspurige Fahrbahn, was wiederum bedeutete, dass sowohl uns Geisterfahrer mit 100km/h entgegenkamen sowie wir als Geisterfahrer anderen entgegen fuhren nur um Lastfahrzeuge zu überholen. Man muss sich das so vorstellen. Es ist mitten in der Nacht, es fahren tausende von schweren Lastwagen auf der Autobahn und Motorroller sowie Autos und manchmal ebenso Lastwagen drängeln und hupen aneinander pausenlos an um vorbeizukommen. Dazu kommt dass es keine Straßenbeleuchtung gibt, damit also die Straßen komplett dunkel sind und jeder Fahrer mit blendendem Fernlicht fährt. Unser Fahrer hatte es also nicht einfach. Das erklärt auch warum wir jede Stunde anhielten, damit unser Fahrer eine Pause machen konnte; etwas Tee trank sowie eine Zigarette rauchte.
Einmal passierte es, dass der Mittelstreifen der Autobahn verschwand und unser Fahrer plötzlich nicht mehr wusste auf welcher Fahrbahn wir uns befanden. Das hatte zur Folge, dass wir oft neben dem Standstreifen, also fast im Gras, landeten. Dazu kommen unendlich viele Straßenschäden die Vollbremsungen zur Folge hatten und natürlch Hupkonzerte. Dann lagen ab und zu Kühe auf den Straßen faul herum und Fahrradfahrer sowie Straßen-überquerende-Menschen, die es wohl überhaupt nicht stört, dass es Autos auf den Straßen gibt machten es uns ebenfalls nicht einfach.
Für mich persönlich war es eine unglaubliche Erfahrung. Die Sachen, die ich an der Fahrt positiv fand fand waren die unberührte Natur Berge im Hintergrund und wenn man ab und zu mal an Dörfern vorbei fuhr, dann sah man wie Kirche, Moschee und Hindu-Tempel fast nebeneinander standen. Dies zeigte mir wiederum wie gut die Menschen im religiösen Diversitäten hier zusammenleben und bietet doch ein kleines Beispiel an dem wir uns ein Stück abschneiden können, oder?
Jetzt sieht es aber so aus, das selbst im normalen Straßenverkehr kleinste Regeln , wie Ampeln einfach ignoriert werden. Die Leute fahren einfach wie sie wollen auch wenn sie einfach „eiskalt“ in die Gegenspur fahren müssen um irgendwo hinzukommen. Erstaunlich ist nur, dass es wirklich sehr wenige Autounfälle gibt. Es aber nichts an der Tatsache ändert, dass das Fahren eines Fahrzeuges auf den indischen Straßen, enorm riskant ist und ,besonders für uns Deutsche, zum Höllentrip werden kann.
Vijayawada
Vijayawada war meine erste Erfahrung mit einer indischen Stadt. Soweit ich weiß leben ungefähr eine Million Menschen dort. In einem Reiseführer wird sie sogar als „positive Überraschung“ beschrieben aber aus meinen Augen war es nur eine Überraschung durch die indische Kultur und den Lebenszuständen in dieser „großen“ Stadt. Ich möchte meine Erlebnisse nicht immer so negativ formulieren, ihr müsst dabei bedenken, dass es immerhin subjektiv ist was ich hier beschreibe, aber ich versuche einfach nur euch dir Realität heruüberzubringen und nicht irgendeinen euphemistischen Blödsinn von wegen wie paradiesisch es hier sei, und wie viel ihr doch verpasst.
Wie auch immer, wir sind völlig erschöpft am 20.Juni gegen 8 Uhr im M-Hotel in Vijayawada angekommen und konnten uns gleich sowie wir waren auf ein interessantes Frühstück freuen. Ich dachte mir nur; „Ach du bist jetzt in Indien, da wird auch gefälligst indisch gegessen“, aber das liebe Helferlein bot mir an Cornflakes, Toast und Kaffee zu machen. Schön, warum nicht. Wie wir 4 aber dann herausfinden mussten wurden unsere Toasts in einer Bratpfanne zubereitet, die Cornflakes wurde mit einer halb Wasser halb Milch verdünnisierten Flüssigkeit zusammen mit den Flakes eingeweicht und buchstäblich fusionierten dann zu einer total ekligen, braunen Masse und der Kaffee, achja, indem war Salz. XD
Ich hab es den Leuten nicht übel genommen, immerhin haben sie sich die Mühe gemacht los zu rennen um uns extra das Zeug zu besorgen, aber danach blieben wir alle bei jeder Mahlzeit doch lieber bei indisch. Und es ist super. Zu aller erst schmeckt es wirklich gut. An die Schärfe gewöhnt man sich. Dann ist es noch enorm gesund und man kann nicht genug davon bekommen wenn man einmal angefangen hat.
In Vijayawada erwartete uns dann unser Koordinator und Betreuer Ravi Sebastian, der sich ein Jahr um uns kümmern wird wenn wir irgendwelche Probleme haben sollten, oder unsere Arbeit nicht so verläuft wie gedacht. Er gab jeden von uns ein Buch mit zum Lesen, damit wir Abends auch immer schön eine Lektüre haben. Unter anderem ist er ein sehr offener Mensch, der uns wirklich gut auf die indische Kultur vorbereitet hat, denn kaum 3 Tage im Hotel verbracht, hat er uns prompt in ein christliches Gasthaus umziehen lassen, welches dem indischen Standard ähnelt und indem wir uns am besten auf das bevorstehende Jahr vorbereiten konnten. Mahlzeiten gab es dann also immer bei ihm und seiner Frau. er wohnte nur 5minuten vom Gasthaus entfernt.
Wir nutzten aber die wenige Zeit die wir noch in Vijayawada hatten um eine kleine Tour durch die Stadt und deren Umgebung zu machen. Wir besuchten einen der großen Berge der Stadt, auf dessen Spitze ein christliches Kreuz war und von dem man einen unfassbaren Ausblick auf die Stadt sowie das ganze Land hatte. Kurz darauf fuhren wir auf einem der größten Dämme der Stadt lang welcher den Krishna-Fluss um viele tausende Liter minimierte und dabei machten wir Bekanntschaft mit wunderschönen Ausblicken auf die Natur. Zum Beispiel war die Windstärke am Damm sehr stark und dies gab einem das Gefühl wie beeinflussbar doch die Natur sein kann auf uns Menschen. Ebenso hatten wir eine wirklich erstaunliche Fahrt die uns an Bergen und an Hügeln vorbeibrachte. An wunderschöner Natur fehlte es Vijayawada nicht, aber die Umstände auf den Straßen widerspiegelten dann genau das Gegenteil. Überall sah man Armut. Es ist schwer dies in Worte zu fassen, aber die Erlebnisse sind voller Kontraste gewesen. Ich komme später nochmal zu dem Thema Armut und den Umständen auf den Straßen zurück, denn ich bin schließlich erst 2 Wochen hier.
Nachdem wir den Berg besuchten hatten wir noch einen 1700 Jahre alten buddhistischen Tempel besucht, hatten eine Speedboat-Tour auf dem Krishna-Fluss gemacht und zum Schluss begab ich mich noch in einen Hindu-Tempel um gepriesen zu werden. Die Tage in Vijayawada haben mir also geholfen ungefähr zu verstehen wie das Leben in Indien aussehen wird und auf was ich mich vorbereiten werden muss.
In Rajahmundry (24.07.-07.08.)
Es war Samstag der 24.07. als mich mein Gastvater Sunda-Raiah und mein Gastbruder Sunda-Raju von unserem Hostel in Vijayawada abgeholt haben. Auf dem Weg zu meinem neuen zuhause habe ich dann, in unserem Kleinbuss, Bekanntschaft mit John Murre, einen Mitarbeiter meines Vaters gemacht. Später unterhielt ich mich dann mit meinem Gastvater, der sich nach der Hälfte unserer Fahrt mit nach hinten gesetzt. Aufgrund der Tatsache, dass mein Telugu noch gar nicht existierte und sein Englisch sich nur auf Fragen, bei denen es um Geld geht ausdehnte dauerte unser Gespräch auch nicht allzu lange.
Gewohnt habe ich in einer kleinen Vorstadt namens Dowleswaram, ungefähr 2km von Rajahmundry-City entfernt. Ja ich sage „gewohnt“, da es nach ungefähr 2 Wochen Aufenthalt wirklich sehr ungemütlich wurde.
Meine alte Gastfamilie bestand aus 5 Mitgliedern. Meine Mutter, Vater, Schwester (17), Bruder (26) und unsere Haushälterinn Lakshmi. Mein Bruder macht gerade sein Bachelor in Education und hat bereits schon eine Bachelor sowie einen Master in Wissenschaften. Meine Schwester dagegen geht in die 12.Klasse einer wissenschafts-orientierten Schule, mit dem Ziel danach Ingenieurwesen zu studieren, wie 30 Millionen andere in dieser Provinz. (Sorry für den Kommentar, aber es musste sein).
Die Geschichte unserer Haushälterinn Lashmi ist leider nicht so genießbar; Sie wurde mit 14-15 verheiratet, ist ungefähr 60 Jahre alt (sie selber weiß es nicht), hat 4 Jungen und 2 Mädchen, die sich nicht die Bohne für sie interessieren und sie bekommt von der Regierung jeden Monat um die 200Rs., was soviel sind wie 3,60€. Ihr Ehemann ist vor 30 Jahren verstorben, sie kann nicht lesen und schreiben und seit 10 Jahren lebt und arbeitet sie bei meiner alten Gastfamilie.
Das Haus indem ich gelebt habe ist wirklich riesig. Zwar lebt meine Gastfamilie nur im Erdgeschoss, aber das sehr wohlhabend; mit Marmorboden, schön gestrichenen Wänden und sehr sauberen Toiletten, einer sehr gut ausgeschmückten Küche, riesige Betten sowie Gold-verzierte Ventilatoren an der Decke. Zurzeit bauen sie das zweite Stockwerk noch aus, in welches ich eigentlich dann ziehen sollte. Während meiner ganzen Zeit dort schlief ich in dem Zimmer meiner Schwester, und sie bei ihrem Bruder. Über dem zweiten Stockwerk befindet sich noch ein großes Dach mit einer Funkantenne. Das Dorf selbst habe ich nie zu Gesicht bekommen, da ich leider die 2 Wochen lang nur zuhause bleiben musste.
Wie es zu meinem Umzug nach Vijayawada am 7. August kam:
Im Grunde wurde ich sehr gut von der Familie aufgenommen. Obwohl meine Mutter kein Englisch konnte, zeigte sie mir doch durch ihr Essen wie sehr sie mich mochte. Sie kochte fabelhaft. Seitdem ich dort gewohnt habe, habe ich mir angewöhnt nur mit meinen Händen zu essen, oder besser gesagt nur mit meiner rechten Hand. Lakshmi hat mir immer den leckern Kräutertee gemacht, den die Inder immer nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen trinken. Während den 2 Wochen konnte ich meinem Bruder einwenig dabei helfen seine mündlichen Fähigkeit in Englisch zu verbessern, sodass er bei seiner Abschlussprüfung die Zensur bekommt, die er sich erwünscht. Und siehe da, ein A++. Meine Schwester hingegen, war zwar die einzige in der Familie, die wirklich gut Englisch sprach, aber trotzdem jeden Tag von 8-18.30Uhr nicht zuhause war. Mein Gastvater war ständig unterwegs wegen seiner Arbeit in seiner Organisation „Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committe“ und aus diesem Grund war ich die meiste Zeit eigentlich nur allein. Es gab 2 Sachen, die mich vermuten liesen warum mich meine Familie nicht raus lies:
1.) Die Tatsache, dass ich nach über einer Woche in Indien immer noch nicht beim Polizeiamt von Andhra Pradesh angemeldet war. Und...
2.) „So wie meine Familie mir sagte“: Solle mich irgendjemand draußen auf der Straße sehen, und mitbekommen dass ich dort lebe, dann würde man meinen ich gebe der Familie Geld für ihre Organisation und das würde damit die Spenden, die sie eigentlich bekommen, gefährden.
Wörter zu benutzen wie „helfen“ oder „unterstützen“ wurden dann ein absolutes Tabu für mich. Denn sobald Gäste da waren, musste ich immer zu den Leuten sagen, sofern sie mich fragten,was ich hier tue, dass ich für meinen Gastvater nur Projektarbeit betreibe. Ja, die Situation war somit sehr schwierig für mich, aber wie sich herausstellte, war der eigentliche Grund, warum man mich wie in einem Käfig hielt, ein ganz ganz anderer:
Nachdem ich eine Woche in Dowleswaram gelebt habe kam Ravi vorbei um nach mir und meiner „Arbeit“ zu schauen. Ich hatte mich 2 Tage zuvor mit meinem Gastvater über das ganze Projekt unterhalten, mit dem ich hier war, und ihm mitgeteilt, so gut ich konnte, wie alles aufgebaut war. Leider waren die einzigen Sachen, die er sich wirklich gemerkt hat, nur die Sachen, die GELD angingen. Und Ravi bekam das, wie mit einer Faust ins Auge, bitter zu spüren. Als er da war hieß es erst, dass ich an dem AIDS/HIV Hilfe Projekt nicht mitarbeiten könne, da das nötige Geld gerade fehlt um es weiterbetreiben zu können. Und da ich ohne Arbeit nicht hierbleiben kann, wollte Ravi versuchen so schnell es ginge Sponsoren zu finden. Nur lief die Geschichte ganz anders. Sundaraiah war der Meinung von Ravi Geld für meinen Aufenthalt bekommen zu können, sodass ich hier arbeiten kann. Ohne dieses Geld, so meinte er, wird er mich nicht raus lassen, geschweige denn arbeiten lassen und herumführen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber noch nichts von alldem, weil ich immernoch davon ausging, dass Sundaraiahs Geld für das Projekt ausgeschöpft war. Somit verbrachte ich Tag für Tag damit Bücher zu lesen, bei den Hausarbeiten zu helfen, meine Sachen zu waschen, beim Kochen zuzusehen und auf dem Dach Selbstgespräche zu führen. Hinzu kam die Tatsache, dass jeder Mensch, der uns besucht hatte immer nur mit Fragen zu mir kam, bei denen es sich um GELD GELD und noch mehr GELD drehte. Langsam kam mir das Gefühl als ein Geld-Objekt betrachtet zu werden. Und das spiegelte sich dann ebenso in meiner Mentalität wieder.
Aber als es schlimmer nicht mehr werden konnte, kam es ganz anders.
Mein Motorrad-Trip durch die Slums von Süd-Ost Indien (05.08.-07.08.)
Der Plan dieser Reise war folgendermaßen: Johne Murre und ich sollten an dem Donnerstag mit dem Motorrad nach Kakinada fahren um mich bei dem Distrikt Polizei Offizier von Ost Godavari endlich registrieren zu lassen, sodass ich mich legal auf den Straßen bewegen und arbeiten kann. Danach sollte er mich mit in sein Dorf Durgada nehmen, wo wir beide 3 Tage lang übernachten würden. Und tagsüber würden wir durch die umliegenden Dörfer fahren, damit ich ein besseres Bild von der ganzen Lage bekomme und die kleinen Büros sehen kann, indem die Leute von der Organisation meines Gastvaters arbeiten.
Nur leider lief es schon wieder sehr sehr anders:
Am Mittwoch zuvor wusste ich noch überhaupt nicht, was mich am nächsten Tage erwarten würde. Deswegen plante ich eigentlich meine ganzen Sachen zu waschen und an meinem Blog weiterzuarbeiten. Aber an dem Donnerstag, den 05.08. kam dann unerwartet John Murre zu uns nach Hause, es war gegen 7Uhr, und teilte mir mit, dass ich mich in einer halben Stunde fertig machen solle für einen 3 Tagesausflug. Mist dachte ich mir. Meine Sachen sind, mehr als die Hälfte, in der Wäsche und meinen Blog kann ich wieder nicht zuende schreiben. So nahm ich alles was noch sauber war mit und wir machten uns auf den Weg nach Kakinada.
Mit dem Motorrad durch die Städte und Straßen Indiens zu fahren ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Man kommt endlich weg von all diesen Werbepostern und Fashionmüll und sieht endlich mal das wahre Indien mit seinen Augen. Das wahre Indien hat aber leider auch seine Ecken und Kanten. Denn neben der schönen Landschaft die ich mir während meiner Fahrt anschauen konnte, ist das Elend auf den Straßen umso intensiver. Die Häuser sind so gut wie alle heruntergekommen, es fehlt fast überall an Krankenhäusern, die Busse und Lastwagen, die ständig an den Städten vorbeifahren, erzeugen einen wahnsinnig stickenden Geruch und verschmutzen die ganze Infrastruktur. Die Straßen sind, bis auf Ausnahmen, immer kaputt. Schlaglöcher wo man nur hinsieht. Und dazu kommt noch das Drängeln der Fahrer und die Hitze. Es sollte aber noch schlimmer kommen.
Als wir beide dann nach 2,5 Stunden in das 70km entfernte Kakinada angekommen sind machten wir uns sofort auf den Weg zum Büro des Polizeiinspektor. Ich hoffte, dass es schnell geht und wir endlich weiterziehen konnten, aber ich wurde wieder enttäuscht; Nachdem ich 10 Minuten im Büro des Polizeiinspektor warten musste, bis John mit meinem Pass aus dem Registerungsbüro wiedergekommen ist, teilte mir der Inspektor mit, dass ich keine Erlaubnis bekomme in diesem Distrikt weiter wohnen zu bleiben. Der Grund ? Auf meinem Visum steht geschrieben: „Arbeitet mit einer NGO – NewBeginnings Charitable Trust, Vijayawada (A.P.)“ und nirgendwo ist angegeben, dass ich in Rajahmundry mit der Organisation „Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee“ arbeite. Somit sind wir beide mit dieser Information aus dem Büro raus und mussten alles umplanen. Ich konnte das aber nicht einfach so hinnehmen. Deswegen überredete ich John und Ravi, den ich kurz danach das Problem per Telefon mitteilte, dass ich morgen nochmal hier hingehen würde um diese Sache zu klären.
Nach dem Mittagessen begaben wir uns dann in Richtung Durgada, dem Heimatort von John.
In Indien fängt absolute Armut und Elend da an, wo die Straße aufhört. Das bedeutet aber nicht, dass man sowas nicht im Alltag an jeder Ecke in meiner Gegend antrifft. Auf dem Weg nach Durgada zum Beispiel machten wir einen kleinen Stop in einem Städtchen damit sich John neue Slippers kaufen kann, denn seine waren auf dem Weg nach Kakinada kaputt gegangen. Als ich dann vor dem Schuhladen auf ihn wartete kam eine ältere Frau auf mich zu und ich dachte mir nur „Ach nicht schon wieder so ein lästiger Bettler“, aber zu meinem entsetzen musste ich feststellen, dass die Hand mir die ältere Frau ausstreckte ohne Finger war. Beide Hände waren fingerlos. So gab ich ihr anstatt wie jedem Bettler 1 Rupee diesmal einen 10 Rupee-Schein. Voller Freude nahm sie die Spende natürlich entgegen und bedankte sich. Trotzdem fing das absolute Elend erst in Johns Dorf Durgada an.
Es ist ehrlich gesagt schwer zu sagen wie das Dorf ist. Selbst am Tag als ich dort schlief fiel es mir schwer die passenden Worte zu finden um alles zu schreiben. Deswegen lasst mich zu aller erst einmal die Worte zitieren, die ich gegen 22:30Uhr in dem kleinen Zimmer verfasst habe, indem ich dann unter Beobachtung von allerlei kleinen Mitbewohnern, und damit meine ich nicht Indern, geschrieben habe:
Erkenntnis des Elend
„ Johns Dorf ist gelegen am Ende der Zivilisation. Ein Dorf, bestehend aus 4000 Menschen, wo unter 100, 35% an Aids leiden und wo in jeder Familie ein Mitglied unter Drogenmissbrauch leidet. Die Straße hört hier auf, deswegen kümmert sich keine Regierung um diese kleine Gesellschaft, und der Weg besteht nur aus Schlamm. Die Mädchen werden früh verheiratet, sodass die die finanzielle Bürde schnell verschwindet von der Familie. Heute fehlen mir einfach die Worte. Ich sitze gerade auf einem Bett, gemacht aus Leichtholz. Wir hatten schon den 3. Stromausfall in einer Stunde, jeder in dieser Familie ist entweder krank, unterernährt oder zu alt. Die Geräumigkeiten sind unbeschreiblich....“
Dies waren meine ersten Eindrücke von der Umgebung. John führte mich nach unserer Ankunft einmal herum. Und ich konnte all dieses Elend sehen. Nur 10m von seinem Haus entfernt lebt ein sehr alte Dame, die den ganzen Tag nur auf ihrem Holzbrett liegt und nichts tut. Ihr Sohn lebt gleich gegenüber von ihr, aber es ist ihm egal. Niemand kümmert sich wirklich um sie. Manchmal kommen bei ihr einpaar Leute vorbei um ihr doch noch etwas zu essen zu geben. Sie selbst ist zu schwach um sich aufzurichten, deshalb half John ihr auf damit wir uns mit kurz unterhalten können. Sie lebt vor einem kleinen Schuppen. Sie hat weder Licht, noch Wasser, noch Geld und Essen. Wirklich nichts. Kaum zu glauben dachte ich mir auch, aber jeder in Durgada ist vom Schicksal schlecht getroffen wurden und alle leiden unter dem Effekt von dreckigem Wasser und schmutzigen Essen. Dann geht zurzeit eine Grippewelle über das Dorf, was bedeutete dass fast jeder krank war oder ist. Das nächste Krankenhaus ist 40km entfernt. Es gibt weder eine Apotheke im Umkreis noch eine Busverbindung. Somit ist man im Falle eines Notfalls dem Lauf des Leben schutzlos ausgeliefert.
Im Dorf steht ein großer Wassertank von dem man sich das Wasser holen kann, nur muss man es immer vorher abkochen bevor man es trinken kann. Dann gibt es aber diejenigen, die sich nicht daran halten und das Wasser trinken, und die müssen eine schreckliche Krankheit mit sich tragen, die ihre Beine langsam schwach macht und dann dafür sorgt, dass sich die Knie gen Mitte fortbilden. Im Durchschnitt macht jedes Kind hier nur die Schule bis zur 7.-8- Klasse, weil es danach zu teuer wird für die Eltern. Kinderarbeit ist längst zum Alltag geworden in Durgada. Und die Frauen, die ihren Ehemann verloren haben kämpfen täglich darum einen Arbeitsplatz in den Reisfeldern zu bekommen, denn die drei Rikshas, die jeden Morgen hier vorbeikommen, nehmen nur eine gewisse Anzahl an Frauen mit. Jeder von ihnen verdient gerade mal 1$ am Tag.
Am Tag als wir dann wieder abreisten sah ich eine alte Frau, die an ihrem täglichen Leiden gestorben ist, neben einem Haus liegen. Niemand kümmerte sich um sie.
Vollgetankt mit all diesen Erlebnissen bin ich dann zurück nach Kakinada gefahren um mich nochmal dem Polizeiinspektor zu stellen um ihn klar zu machen, dass ich in Ost-Godavari bleiben muss. Ich geriet in einem verbalen Kampf mit ihm, teilte ihm mit, dass meine Organisation legal erlaubt sei Freiwillige in Andhra Pradesh an Partner-NGO's zu senden, dass ebenso die indische Botschaft in Berlin bescheid wüsste und dass es hier nur um eine Sache von Genauigkeit ginge. Aber er versteifte sich auf seine Aussage vom gestrigen Tag und daraufhin eskalierte alles umso mehr. Ich teilte ihm mit, dass ich nicht eine Million Mal hin-und herfahren würde nur um ihm jedes erdenkliche Dokument auf den Tisch zu legen, was beweisen würde, dass die Botschaft darüber Bescheid wisse. Daraufhin fing er an irgendeinen Blödsinn über Deutschland, England und USA im Vergleich zu Indien zu erzählen, worauf ich ihn gleich unterbrach. Die Polizisten kamen schon in das Büro rein, nur verstand keiner von denen etwas von unserem Streit. Nachdem ich ihm dann mitteilte, dass die anderen 3 Freiwilligen, die jetzt außerhalb Vijayawadas waren auch akzeptiert wurden von deren Distrikt Offizieren. Aber daraufhin meinte er nur, dass die Bauern Indiens keine Ahnung hätten über die Regeln, worauf in mir alles brodelte von meinem gestrigen Erfahrungen und ich ihm gegen den Kopf klatschte er solle die Diskriminierung gegenüber den Bauern sein lassen. Plötzlich wurde auch er enorm sauer, empfand es als Beleidigung dass ich im Namen der Bauern als Ausländer gegen ihn gesprochen habe und sah am Ende dazu gezwungen die Hierarchie-Nummer raushängen zu lassen. Damit meine ich dass er auf mein Geburtsjahr zurück kam, mich als „nur ein Kind“ bezeichnete, dass noch an Reife gewinnen müsse usw. Daraufhin war mir aber klar, dass es keinen Sinn mehr ergibt weiter zu diskutieren und ich lies es sein. John redete noch kurz mit mit ihm. Natürlich verstand ich kein Wort davon. Und das letzte was er mir sagte war, dass ich „dafür gekreuzigt werde“ aber ich sagte ihm dazu nur, dass der einzige der hier gekreuzigt wird er sei.
Ich erreichte nur, dass sie das Staatspolizeiamt in der Hauptstadt Hyderabad anriefen um meinen Fall zu berichten. Aber leider bekam ich auch von dort aus nur die selbe Antwort. Die einzige Möglichkeit die mir dann blieb war es nach Dehli zu fahren um mein Visum umschreiben zu lassen, aber Ravi teilte mir dann am Telefon mit, dass ich umgehend nach Vijayawada kommen muss denn die Registrierugsdeadline sei schon morgen. Später erfuhr ich dann von ihm, dass ich, sobald ich in Rajahmundry angekommen sei, alle meine Sachen zusammenpacken und zu ihm kommen muss, denn ich werde nicht wieder bei Sanjay Ganhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee wohnen.
Also ging es dann, schon als die Sonne unter gegangen war, mit all meinen Sachen zurück nach Rajahmundry. Es war sternenklarer Himmel, und wird fuhren auf der Autobahn mit dem Motorrad gen Rajahmundry. Es war schön für einen Moment mal wieder die Sterne in Ruhe betrachten zu können.
Dear Friends,
my life in India has began and the first three weeks were crazier then anything.
On the 19th of July, around 11:30pm, I landed at the airport Shamshabad, which is close to the capital of Andhra Pradesh. Finally, I made my first step on the ground of India. Due to the weather above the Middle East we had some issues during our flight, but after 10 minutes the situtation had calmed down, thus, we could continue our relaxed flight towards Central-India. Even though the flight was very long (9h), it was still pretty pleasant but still, I couldn't sleep, as always.
Shortly after we arrived in India, some members of the organization „NewBeginnings Charitable Trust“ picked us up. Each one of us four thought that we might stay at Hyderabad for a couple of days in order to take a big rest and acclimatize ,but we got disappointed. They told us that we need to prepare ourselves for another journey to Vijayawada, which, in their mind, was about 4 hours away. However, we took the small bus that they had provided and rode almost 7 hours towards Vijayawada, thus, throuout the entire night,. Two sat on small benches close to the boot, and the other two in the middle of our bus.
The Indian ''Highway''
Sometimes I have the impression that the Indian people are the best nation in terms of driving motorcycles or cars. I don't maintain that with positive thinking behind it, simply due to the fact that our seven hours ride to Vijayawada was literally the ''hell on earth''. On the indian highway, every single driver was more inconsiderate than the other. First of all, there was a permament sounding of horns, which almost made me think of being at a concert. Second of all, there was continous pushing and shoving. Everyone wants to be the first, everyone wants to be the fastest. Further, the highway was a single-lane, which meant that ghost-drivers came towards us. Even our driver was one of the previous describe type of driver, who risked changing the lane in order to overtake lorries. You have to imagine it in this way: It was during midnight, there are thousands of heavy lorries, cars and motorcyles on the road, and even under such conditions, lorries tried to overtake other vehicles by risking to become ghost-drivers. In addtion to that, there were no street-lamps besides the road, thus, the streets were completely dark and every vehicle had swithed on its full. Therefore, our driver was permanently been dazzled. I guess today I know why we stopped every hour. Our driver needed a break in order to breath and get his head clear.
Once, the central reservation on the road disappeared and all of a sudden our driver didnt know whether we would still be driving on our side of the road or not. Thus, sometimes we crossed the roadside and were almost driving on the meadow. In addittion to this, the street is also very much damaged and we often had to do immediate stops caused by many potholes. Later, there were cows and buffelos laying on the road, as if it would be the most normal thing in life and suprisingly, even people crossed the street without any awareness of fast cars.
Personaly, for me it was an unique experience. The only things that were positive during our ride, were nature, landscapes, and having church, mosque and hindu-temple almost placing side by side. That illustrated the religious diversities and therefore the acceptance to live together respectfully.
However, nowadays, even the smallest rules on traffic are just being ignored, such as traffic-light. People just drive as they wish to do, even if they take the wrong lane. It is astonishing that only a few accidents occur annualy, but that doesnt change the fact, the driving or riding a vehicle in India is extremly risky, especially for foreigners who are not used to such a chaos.
Vijayawada
Vijayawada was my first experience with an Indian city. As far as I know, approximately one million people live there. A travel guide regards the city as “positive suprise“ but for me, it was just a suprise due to the Indian culture and the living conditions in this “big“ city. I actually dont want to describe all of my experience so negative every time, please bear in mind that this is a subjective opinion, but I just attempt to describe reality to you and not just any euphemistic nonsense of how fabolous this place is and of how much you missed.
However, on the 20th July, around 8 o'clock, we arrive at the M-Hotel in Vijaywada. All of us were totally exhausted. As soon as we got into our rooms, we could prepare ourselves for a breakfast we never ever had before. Actually I had planed to eat Indian but the hotel staff kindly asked us whether they can make us some toast, coffee and cornflakes. Well, I told him he can prepare it. I mean, why not? But as soon as they brought us the food, we had to face the reality; Our toast were made in a pan, our cornflakes were mixed with water and milk and thereby became a brown “substance“ and the coffee, weeelll, they sprinkled salt in it. XD
I didn't took it that serious. Only for us, they were eager and ambitious to go around and buy all this food. Afterwards, we continued eating Indian food only. And it is great. First of all it tastes really well. You have to get used to the spice. And second of all, it is tremendouly healthy and you can not get enough of it, if you have started to eat it once.
Later that day, our coordinator and counsellor Ravi Sebastion visited us. He will be there for us in case of emergencies. Each one of us was given a book from his collection, so that we would have a „job“ before sleeping. Besides that, he has a very open-minded personality and in order to make it easier for us to acclimatise to the Indian way of living, he decided to send us to a hostel, which was more or less Indian like. Therefore, after staying 3 days at the M-Hotel, we moved to this christan hostel and stayed there until our project-leaders come and pick us up. Meals wwere provided by his wife every day, thus, we had to work only five minutes to reach Ravi's house.
Due to the fact that we only had about 7 days in Vijayawada, we planed a small journey through the temples and famous places. For example, we visited one of the biggest mountains, on which a huge christian cross was placed. Moreover, on the top of that particular mountain you were able to see almost the entire city and the surrounding countryside. Shortly after that, we travelled to the biggest dam that Vijayawada has got. I remember standing there and feeling the wind blowing through the entire place. It was fascinating to realize how strong and influential nature can be. Also, we had an astonishing tour along the mountains and hills surrounding the city. Therefore I can claim that Vijayawada has got plenty of beautiful nature but the living conditions portray the exact opposite. Everwhere I saw misery. It is hard to put these experience into world, I guess I still need some time to be able to explain this much better.
Well, after we visited the mountain and the dam we went to an ancient buddhist temple, which was about 1700 years old and after that we went on a speed-boat trip on the Krishna-river. Our journey ended when we travelled to the local hindu-temple, which was also located on top of a mountain. Finally, this week at Vijayawada has given me an interesting insight into the way of living and prepared myself for the upcomming events which I am going to face soon.
At Rajahmundry (24/07/- 07/08/)
On saturday the 24th of June, my host-father Sunda-Raiah, as well as my host-brother Sunda-Raju picked me up from the hostel at Vijayawada. On my way to Rajahmundry, I got introduced to John Murre, a workmate of my father and a very ambitious social-worker. Also, I had a conversation with my father but according to the fact, that I was not capable to speak any Telugu and due to the fact that his English was only concerning question about money, our conversation did not last a long time.
Anyway, I lived at Dowleswaram which is located 2 km before Rajahmundry. Yes, I say „lived“, because after living there 2 weeks, my stay became unconfortable. ( more on that later)
My old host-familie consisted of five members: My mom, father, sister (17), brother (26) and our houskeeper Lakshmi. My brother recently finished his Bachelor of Eucation after he already did a Bachelor and Master in Science. My sister studies at a college, which is specified on science and technology. She aims to study engineering afterwards as well as 30 million other students in this state.
The story of our houskeeper Kashmi is not so enjoyable. She was forced to marry when she was 14-15. Now she is approximately 60 years old. Sadly she doesnt know how old she is. She has got four boys and two girls, who dont really care about her. The government pays her 200 Rupees per month (3,60€ /3$). Her husband died 30 years ago. She cant either read or write and since 10 years she lives together with my old host-family.
Our house was absoulutely incredible compared to the standard living of the Indians. Even though my family only lives in the first floor, there equipments were very expensive. They have marble-ground, very nice painted walls, clean toilets, a well equiped kitchen, huge beds as well as golden fans on the ceiling. Currently, they are building a second floor, in which I was supposed to live. During my stay, I slept in the room of my sister. She slept at her brothers room. Above the second floor there is still a roof on which a radio tower is placed. Unfortunately, I have never seen the village, due to the fact that I was not allowed to go outside.
On the 7th of August I finally moved back to Vijayawada, but why?
I have to say that I was very warm welcomed by my old family. Even though my mother could not speak any English, she showed me her love through the food she made. It was fabolous. Since I lived there, I got used to the habit to eat food only with my right hand. Lakshmi on the other hand always made this delicious herb-tea, which I drunk after breakfast and lunch. During the 2 weeks I supported my brother to improve his oral English skills in order to give him the opportunity to score very high at his English-Final Exam. Finally, he suprisingly, got an A++. My sister on the other side was the only person in the family, who spoke English very well. But daily she studied from 8am untill 6:30pm. My hostdad was permanently busy with his work for his organisation ''Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee''. Thus, the whole time I was alone. There were two things, which I thought were the reasons, why they kept me at their house:
1.) The fact that, after being already one week in India, my family still did not achieve to get me registered at the police-station. And...
2.) ''As my family made it perfectly clear to me'': If someone sees me outside and realizes that I live at their place, all the donations which my family collects from their sponsors would be automatically cut, because people would think I supprort them financially.
Also, using the words ''help'' and ''support'' were strictly forbidden in case any guest asks me what I am doing here. I rather should say ''I do project work''. The situtation, according to this, was very difficult for me. But the reason why I was literally kept in a cage turned out to be different:
After living one week at Dowleswaram, Ravi visited my place in order to see whether I have already started to work. 2 days before Ravi came, I had a ''conversation'' with my host-dad concerning the entire programme which I am participating in. I communicated to him everything I knew, how it is built-up and such things but the only things, he really was interested about were concering the money business. Accordingly, Ravi was literally being put under pressure because since he ''knew'' something about my programme he made it perfectly clear to Ravi that in case he would not pay monthly for my stay, he never would take me to the Aids/HIV project, were I was supposed to work. By this moment, I did not know what was going on. Firstly, Ravi got told that the project lacked on money, thats why he tried to find some sponsors, but in fact, Sunda-Raiah was literally greedy after more money.
Day by day, I was at home, read books, helped Lakshmi to wash clothes, watched cooking and spent some time on the roof talking with myself. In additon, in case people came to our house to visit my family, the only questions I got asked about were always concerning Money Money and more Money. Slowly, I got the impression of being used as an object of money.
But when I thought it cant get worse, the entire situation changed from one day to another.
My motocycle-trip through the slums of south-east India (05/08/ - 07/08/)
The plan of this trip: John Murre and me would go by motorcycle to Kakinada, which was 70km far away in order to finally register myself at the district-police station of East-Godavari. Afterwards, he would take me to Durgada , where we intended to stay for 3 days. Daily, we would visit all the surrounding villages, so that I get a clearer picture of the entire situation.
Unfortunately the entire trip did not proceed as expected:
On wednesday, the day before the trip started, I did not even know what is going to happend the other day. Therefore I actually planed to wash my cloth and continue working on my blog. John Murre came to our house at about 7am in the morining. I was still sleeping. John stepped into my room, telling me I should be ready in about half an hour, so that we could go to a 3 days trip. I thought 'damn', more then half of my clothes need to be washed and again, I can not finish my blog. Thus, I took all my fresh and clean clothes and we started our journey to Kakinada.
Travelling by motorcycle through the villages of India was really an unique experience. You do not see any of these huge banners anymore and you finally, see true India through your own eyes. True India, unfortunately, has got lots of problems. Besides beautiful landscapes, which I saw during my ride, the misery here is more intensive. Buildings are destroyed and seedy, everywhere hospitals are missing, the traffic-chaos creates an intense smoke and smell. The streets are always destroyed. Everywhere there are potholes. But it became even worse.
After 2.5h of riding, we finally reached Kakinada and the office of the police-inspector. I was hoping that the registration would be quick, so that we can move on but I got disappointed; After waiting 10 minutes in his offce until John came back from the registering-office, the inspector told me that he is not allowing me to stay at East-Godavari. The Reason?? On my visa it says: ''To work with NGO – NewBeginnings Charitable Trust, Vijayawada (A.P.)'' and it doesnt say anything about me working in Rajahmundry together with ''Sanjay Gandhi Memorial Orphanage Boarding and Home Committee''. Thus, we left the office and had to re-plan. But I still was not satisfied by the explanation of the inspector and therefore I convinced John as well as Ravi, with whoom I was talking via phone, that I am going to try to get my permission to stay here by tomorrow.
After the lunch, John and me took the motorcycle and travelled to Durgada, the native place of John.
In India, I guess, real poverty starts when the streets end. That doesnt mean, that you dont see anything like this daily on the road. On our way to Durgada, for example, we had to stop in a small town because John's slippers broke. While I was waiting infront of the shoe-shop, an old lady came to me in order to ask for some money. In the beginning I thought that she is just a usual beggar as almost all the others, but then I realised that she does not have any fingers. Such experiences will you make every day in India. She was very happy when I gave her a little bit and thanked alot. But still, the absolout misery started at Durgada.
To be honest, it is quiet difficult to say how this village is like. Even on the day when I slept there, I struggled finding words to describe it. Therefore please let me quote the text, which I wrote on that particular night, around 10:30pm, when I was sitting in this small room being watched by small creatures living in the same room:
Realization of the misery
''John's village is placed at the end of the civilisation. A village, consisting of 4000 inhabitants, where under 100, 35% are suffering from Aids and where in each family, at least one members is suffering from drug-abuse. The streets end here, thus, no government looks after this small Community. The walk consists of mud. Girls are getting married very early so that the financial burden disappears among the parents. Today, my words are missing. At the moment, I am sitting on bed, consisted of wood. We already had three powercuts within one hour, each member in this family is either sick, undernourished or too old. The spaciousness is indescribable...''
These were my first impressions of my surrounding. John took my through his village after we arrived. It was the first time seeing all that misery with my own eyes. There is an old lady living only 10metres far from John's house. Every day she lies on here bench and does not do anything. Her son lives opposite to her ''house'' but he does not care about her. Nobody is takes care of her. Sometimes there are a few people giving her food. She can not get up by herself, she lives in a small shed, without electricity, water and food. She really, has got nothing. It is hard to believe, I know, but almost the entire population of Durgada is suffering from similar issues. All the people are suffering from the fact that there is no clean water to drink. Currently, there is a floo going around the village, which means that the majority of the people are sick. The next hospital is 40km far away. There is no phamarcy or bus-line. Thus, in case of an emergency, people are being kept alone.
There is a big water-tank, where people always get their water from. But you have to boil it first before you can drink it. Then, you got people who dont do that, and who suffer from a horrible disease caused by a fungi in the water, which makes people's legs unable to function properly. On average, every child goes to school until they reach grade 7-8. After this, it is too expensive for the parents. Thus, child-labour has become usual at Durgada. Women, who already lost their husbands, are daily fighting for a work-place at the farms. Every day, only three Riksha's come to the village in order to pick up a specific amount of people. Those who achieved to go to work, only earn as much as 1$ per day.
On the day when John and me were about to depart, we have seen an old lady expired by the fact that nobody looked after her. She lay besides a house.
The misery which I have seen there, made me more convinced to come back to Kakinada in order to tell the police-inspector that I need to stay at East-Godavari because there is so much to do here. Accordingly, I got literally into a verbal fight with the police inspector. I told him that my organisation was legally allowed to send volunteers to partner-NGO's across Andhra Pradesh. I also told him that this issue is just a matter of specificy and that the Indian Embassy in Berlin is aware of the fact that I live at Rajahmundry. But his ignorance to understand the points which I explained to him, made the situation escalating. I communicated to him that I would not travel a million times from Rajahmundry to Kakinada only because to proof, by showing him the document, which I received before I came to India, that the Indian Embassy is aware of me staying at Rajahmundry. Later, he started comparing India with Germany, England and the USA by which I did not see any point in comparing this now. It was simply senseless to do so. I interrupted him immediately. The police was already in the office watching the entire conflict but nobody understood any word. After I told him that the other three volunteers were also accepted at there districts, he told me that the peasants in India does not know anything about the rules in India. By that point, all the memories from yesterdays trip came into my mind, I got very angry by telling him to stop his discrimination towards the peasants. Suddenly, he got angry as well, cause he had the impression of being insulted in the name of the peasants, by a foreigner. And in the end, he made use of the ''hierachy-strategy'', by discriminating my due to my age. By that point, I knew that it is senseless to continue arguing. John tried to convince him, but the only thing we achieved was that they called the state police at Hyderabad in order to ask whether I could stay, but even they did not allow. In the end, he told me that I am going to get crucified by this but I told him he is the only person who gets crucified here.
The last opportunity in order to stay at East-Godavari was to go to Delhi and rewrite my visa. But Ravi told me to come back to Vijayawada within 24hours because the registration deadline has almost reached. I needed to get registered by tomorrow, otherwise , he told me, I would get arrested. Also, he told me that I am not going to come back to Rajahmundry anymore. Therefore, me and John were supposed to travel back to Rajahmundry, pack up all my stuff and ship me back to Vijayawada as quick as possible.
Accordingly, I rode back to Rajahmundry. It was already night. It was a beautiful night. I was able to see the stars very cleary while riding by 70kmh on the Indian Highway. It was nice moment, just sitting on the motorcycle and watching the stars peacefully.
Mein Leben in Indien hat begonnen, und die ersten 3 Wochen waren verrückter denn je.
Am 19. Juli bin ich gegen 23:30Uhr am Flughafen Shamshabad, in der Nähe von Hyderabad, gelandet und setzte meinen ersten Fuß auf Indien. Während meines Fluges hatten wir wegen dem schlechten Wetter ein paar Schwierigkeiten über dem nahen Osten, aber die Situation beruhigte sich schon nach 10 Minuten und somit flogen wir alle beruhigt weiter in Richtung Zentral-Indien. Generell war der Flug sehr angenehm, obwohl er auch sehr lange war und ich leider kein Auge zumachen konnte. Die Flugdauer betrug 9 Stunden von Frankfurt nach Shamshabad.
Als wir dann nach unserer Ankunft den Flughafen verließen wurde unsere kleine Gruppe von Mitarbeitern der Organisation „New Beginnings Charitable Trust“ abgeholt. Alle von uns dachten natürlich, dass wir in der Hauptstadt Hyderabad für ein paar Tage Pause machen würden, um uns an das Klima und an das Leben hier erstmal zu gewöhnen, aber wir wurden enttäuscht. Sie sagten uns wir müssen eine weitere Fahrt auf uns nehmen. Nämlich nach Vijayawada. Und somit fuhren wir 7 Stunden lang, also die ganze Nacht durch, in einem Kleinbus nach Vijayawada. Zwei hinten auf kleinen Plätzen im Kofferraum und 2 in der Mitte des Kleinbusses.
Die „Autobahn“ in Indien
Manchmal denke ich, dass die Inder einer der besten Nationen sind, wenn es um das Fahren von Autos und Motorroller geht. Aber das meine ich nicht im positiven Sinne, denn unsere 7-stündige Fahrt von Shamshabad nach Vijayawada war im wahrsten Sinne des Wortes die „Hölle auf Erden“.
Auf der indischen Autobahn war jeder Fahrer, selbst unserer, rücksichtsloser wie kein anderer. Zu aller erst ist auf den Straßen ein permanentes Hupkonzert. Jeder drängelt, jeder will vorbei, jeder will der schnellste sein. Dann war die Autobahn eine einspurige Fahrbahn, was wiederum bedeutete, dass sowohl uns Geisterfahrer mit 100km/h entgegenkamen sowie wir als Geisterfahrer anderen entgegen fuhren nur um Lastfahrzeuge zu überholen. Man muss sich das so vorstellen. Es ist mitten in der Nacht, es fahren tausende von schweren Lastwagen auf der Autobahn und Motorroller sowie Autos und manchmal ebenso Lastwagen drängeln und hupen aneinander pausenlos an um vorbeizukommen. Dazu kommt dass es keine Straßenbeleuchtung gibt, damit also die Straßen komplett dunkel sind und jeder Fahrer mit blendendem Fernlicht fährt. Unser Fahrer hatte es also nicht einfach. Das erklärt auch warum wir jede Stunde anhielten, damit unser Fahrer eine Pause machen konnte; etwas Tee trank sowie eine Zigarette rauchte.
Einmal passierte es, dass der Mittelstreifen der Autobahn verschwand und unser Fahrer plötzlich nicht mehr wusste auf welcher Fahrbahn wir uns befanden. Das hatte zur Folge, dass wir oft neben dem Standstreifen, also fast im Gras, landeten. Dazu kommen unendlich viele Straßenschäden die Vollbremsungen zur Folge hatten und natürlch Hupkonzerte. Dann lagen ab und zu Kühe auf den Straßen faul herum und Fahrradfahrer sowie Straßen-überquerende-Menschen, die es wohl überhaupt nicht stört, dass es Autos auf den Straßen gibt machten es uns ebenfalls nicht einfach.
Für mich persönlich war es eine unglaubliche Erfahrung. Die Sachen, die ich an der Fahrt positiv fand fand waren die unberührte Natur Berge im Hintergrund und wenn man ab und zu mal an Dörfern vorbei fuhr, dann sah man wie Kirche, Moschee und Hindu-Tempel fast nebeneinander standen. Dies zeigte mir wiederum wie gut die Menschen im religiösen Diversitäten hier zusammenleben und bietet doch ein kleines Beispiel an dem wir uns ein Stück abschneiden können, oder?
Jetzt sieht es aber so aus, das selbst im normalen Straßenverkehr kleinste Regeln , wie Ampeln einfach ignoriert werden. Die Leute fahren einfach wie sie wollen auch wenn sie einfach „eiskalt“ in die Gegenspur fahren müssen um irgendwo hinzukommen. Erstaunlich ist nur, dass es wirklich sehr wenige Autounfälle gibt. Es aber nichts an der Tatsache ändert, dass das Fahren eines Fahrzeuges auf den indischen Straßen, enorm riskant ist und ,besonders für uns Deutsche, zum Höllentrip werden kann.
Vijayawada
Vijayawada war meine erste Erfahrung mit einer indischen Stadt. Soweit ich weiß leben ungefähr eine Million Menschen dort. In einem Reiseführer wird sie sogar als „positive Überraschung“ beschrieben aber aus meinen Augen war es nur eine Überraschung durch die indische Kultur und den Lebenszuständen in dieser „großen“ Stadt. Ich möchte meine Erlebnisse nicht immer so negativ formulieren, ihr müsst dabei bedenken, dass es immerhin subjektiv ist was ich hier beschreibe, aber ich versuche einfach nur euch dir Realität heruüberzubringen und nicht irgendeinen euphemistischen Blödsinn von wegen wie paradiesisch es hier sei, und wie viel ihr doch verpasst.
Wie auch immer, wir sind völlig erschöpft am 20.Juni gegen 8 Uhr im M-Hotel in Vijayawada angekommen und konnten uns gleich sowie wir waren auf ein interessantes Frühstück freuen. Ich dachte mir nur; „Ach du bist jetzt in Indien, da wird auch gefälligst indisch gegessen“, aber das liebe Helferlein bot mir an Cornflakes, Toast und Kaffee zu machen. Schön, warum nicht. Wie wir 4 aber dann herausfinden mussten wurden unsere Toasts in einer Bratpfanne zubereitet, die Cornflakes wurde mit einer halb Wasser halb Milch verdünnisierten Flüssigkeit zusammen mit den Flakes eingeweicht und buchstäblich fusionierten dann zu einer total ekligen, braunen Masse und der Kaffee, achja, indem war Salz. XD
Ich hab es den Leuten nicht übel genommen, immerhin haben sie sich die Mühe gemacht los zu rennen um uns extra das Zeug zu besorgen, aber danach blieben wir alle bei jeder Mahlzeit doch lieber bei indisch. Und es ist super. Zu aller erst schmeckt es wirklich gut. An die Schärfe gewöhnt man sich. Dann ist es noch enorm gesund und man kann nicht genug davon bekommen wenn man einmal angefangen hat.
In Vijayawada erwartete uns dann unser Koordinator und Betreuer Ravi Sebastian, der sich ein Jahr um uns kümmern wird wenn wir irgendwelche Probleme haben sollten, oder unsere Arbeit nicht so verläuft wie gedacht. Er gab jeden von uns ein Buch mit zum Lesen, damit wir Abends auch immer schön eine Lektüre haben. Unter anderem ist er ein sehr offener Mensch, der uns wirklich gut auf die indische Kultur vorbereitet hat, denn kaum 3 Tage im Hotel verbracht, hat er uns prompt in ein christliches Gasthaus umziehen lassen, welches dem indischen Standard ähnelt und indem wir uns am besten auf das bevorstehende Jahr vorbereiten konnten. Mahlzeiten gab es dann also immer bei ihm und seiner Frau. er wohnte nur 5minuten vom Gasthaus entfernt.
Wir nutzten aber die wenige Zeit die wir noch in Vijayawada hatten um eine kleine Tour durch die Stadt und deren Umgebung zu machen. Wir besuchten einen der großen Berge der Stadt, auf dessen Spitze ein christliches Kreuz war und von dem man einen unfassbaren Ausblick auf die Stadt sowie das ganze Land hatte. Kurz darauf fuhren wir auf einem der größten Dämme der Stadt lang welcher den Krishna-Fluss um viele tausende Liter minimierte und dabei machten wir Bekanntschaft mit wunderschönen Ausblicken auf die Natur. Zum Beispiel war die Windstärke am Damm sehr stark und dies gab einem das Gefühl wie beeinflussbar doch die Natur sein kann auf uns Menschen. Ebenso hatten wir eine wirklich erstaunliche Fahrt die uns an Bergen und an Hügeln vorbeibrachte. An wunderschöner Natur fehlte es Vijayawada nicht, aber die Umstände auf den Straßen widerspiegelten dann genau das Gegenteil. Überall sah man Armut. Es ist schwer dies in Worte zu fassen, aber die Erlebnisse sind voller Kontraste gewesen. Ich komme später nochmal zu dem Thema Armut und den Umständen auf den Straßen zurück, denn ich bin schließlich erst 2 Wochen hier.
Nachdem wir den Berg besuchten hatten wir noch einen 1700 Jahre alten buddhistischen Tempel besucht, hatten eine Speedboat-Tour auf dem Krishna-Fluss gemacht und zum Schluss begab ich mich noch in einen Hindu-Tempel um gepriesen zu werden. Die Tage in Vijayawada haben mir also geholfen ungefähr zu verstehen wie das Leben in Indien aussehen wird und auf was ich mich vorbereiten werden muss.
In Rajahmundry (24.07.-07.08.)
Es war Samstag der 24.07. als mich mein Gastvater Sunda-Raiah und mein Gastbruder Sunda-Raju von unserem Hostel in Vijayawada abgeholt haben. Auf dem Weg zu meinem neuen zuhause habe ich dann, in unserem Kleinbuss, Bekanntschaft mit John Murre, einen Mitarbeiter meines Vaters gemacht. Später unterhielt ich mich dann mit meinem Gastvater, der sich nach der Hälfte unserer Fahrt mit nach hinten gesetzt. Aufgrund der Tatsache, dass mein Telugu noch gar nicht existierte und sein Englisch sich nur auf Fragen, bei denen es um Geld geht ausdehnte dauerte unser Gespräch auch nicht allzu lange.
Gewohnt habe ich in einer kleinen Vorstadt namens Dowleswaram, ungefähr 2km von Rajahmundry-City entfernt. Ja ich sage „gewohnt“, da es nach ungefähr 2 Wochen Aufenthalt wirklich sehr ungemütlich wurde.
Meine alte Gastfamilie bestand aus 5 Mitgliedern. Meine Mutter, Vater, Schwester (17), Bruder (26) und unsere Haushälterinn Lakshmi. Mein Bruder macht gerade sein Bachelor in Education und hat bereits schon eine Bachelor sowie einen Master in Wissenschaften. Meine Schwester dagegen geht in die 12.Klasse einer wissenschafts-orientierten Schule, mit dem Ziel danach Ingenieurwesen zu studieren, wie 30 Millionen andere in dieser Provinz. (Sorry für den Kommentar, aber es musste sein).
Die Geschichte unserer Haushälterinn Lashmi ist leider nicht so genießbar; Sie wurde mit 14-15 verheiratet, ist ungefähr 60 Jahre alt (sie selber weiß es nicht), hat 4 Jungen und 2 Mädchen, die sich nicht die Bohne für sie interessieren und sie bekommt von der Regierung jeden Monat um die 200Rs., was soviel sind wie 3,60€. Ihr Ehemann ist vor 30 Jahren verstorben, sie kann nicht lesen und schreiben und seit 10 Jahren lebt und arbeitet sie bei meiner alten Gastfamilie.
Das Haus indem ich gelebt habe ist wirklich riesig. Zwar lebt meine Gastfamilie nur im Erdgeschoss, aber das sehr wohlhabend; mit Marmorboden, schön gestrichenen Wänden und sehr sauberen Toiletten, einer sehr gut ausgeschmückten Küche, riesige Betten sowie Gold-verzierte Ventilatoren an der Decke. Zurzeit bauen sie das zweite Stockwerk noch aus, in welches ich eigentlich dann ziehen sollte. Während meiner ganzen Zeit dort schlief ich in dem Zimmer meiner Schwester, und sie bei ihrem Bruder. Über dem zweiten Stockwerk befindet sich noch ein großes Dach mit einer Funkantenne. Das Dorf selbst habe ich nie zu Gesicht bekommen, da ich leider die 2 Wochen lang nur zuhause bleiben musste.
Wie es zu meinem Umzug nach Vijayawada am 7. August kam:
Im Grunde wurde ich sehr gut von der Familie aufgenommen. Obwohl meine Mutter kein Englisch konnte, zeigte sie mir doch durch ihr Essen wie sehr sie mich mochte. Sie kochte fabelhaft. Seitdem ich dort gewohnt habe, habe ich mir angewöhnt nur mit meinen Händen zu essen, oder besser gesagt nur mit meiner rechten Hand. Lakshmi hat mir immer den leckern Kräutertee gemacht, den die Inder immer nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen trinken. Während den 2 Wochen konnte ich meinem Bruder einwenig dabei helfen seine mündlichen Fähigkeit in Englisch zu verbessern, sodass er bei seiner Abschlussprüfung die Zensur bekommt, die er sich erwünscht. Und siehe da, ein A++. Meine Schwester hingegen, war zwar die einzige in der Familie, die wirklich gut Englisch sprach, aber trotzdem jeden Tag von 8-18.30Uhr nicht zuhause war. Mein Gastvater war ständig unterwegs wegen seiner Arbeit in seiner Organisation „Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committe“ und aus diesem Grund war ich die meiste Zeit eigentlich nur allein. Es gab 2 Sachen, die mich vermuten liesen warum mich meine Familie nicht raus lies:
1.) Die Tatsache, dass ich nach über einer Woche in Indien immer noch nicht beim Polizeiamt von Andhra Pradesh angemeldet war. Und...
2.) „So wie meine Familie mir sagte“: Solle mich irgendjemand draußen auf der Straße sehen, und mitbekommen dass ich dort lebe, dann würde man meinen ich gebe der Familie Geld für ihre Organisation und das würde damit die Spenden, die sie eigentlich bekommen, gefährden.
Wörter zu benutzen wie „helfen“ oder „unterstützen“ wurden dann ein absolutes Tabu für mich. Denn sobald Gäste da waren, musste ich immer zu den Leuten sagen, sofern sie mich fragten,was ich hier tue, dass ich für meinen Gastvater nur Projektarbeit betreibe. Ja, die Situation war somit sehr schwierig für mich, aber wie sich herausstellte, war der eigentliche Grund, warum man mich wie in einem Käfig hielt, ein ganz ganz anderer:
Nachdem ich eine Woche in Dowleswaram gelebt habe kam Ravi vorbei um nach mir und meiner „Arbeit“ zu schauen. Ich hatte mich 2 Tage zuvor mit meinem Gastvater über das ganze Projekt unterhalten, mit dem ich hier war, und ihm mitgeteilt, so gut ich konnte, wie alles aufgebaut war. Leider waren die einzigen Sachen, die er sich wirklich gemerkt hat, nur die Sachen, die GELD angingen. Und Ravi bekam das, wie mit einer Faust ins Auge, bitter zu spüren. Als er da war hieß es erst, dass ich an dem AIDS/HIV Hilfe Projekt nicht mitarbeiten könne, da das nötige Geld gerade fehlt um es weiterbetreiben zu können. Und da ich ohne Arbeit nicht hierbleiben kann, wollte Ravi versuchen so schnell es ginge Sponsoren zu finden. Nur lief die Geschichte ganz anders. Sundaraiah war der Meinung von Ravi Geld für meinen Aufenthalt bekommen zu können, sodass ich hier arbeiten kann. Ohne dieses Geld, so meinte er, wird er mich nicht raus lassen, geschweige denn arbeiten lassen und herumführen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber noch nichts von alldem, weil ich immernoch davon ausging, dass Sundaraiahs Geld für das Projekt ausgeschöpft war. Somit verbrachte ich Tag für Tag damit Bücher zu lesen, bei den Hausarbeiten zu helfen, meine Sachen zu waschen, beim Kochen zuzusehen und auf dem Dach Selbstgespräche zu führen. Hinzu kam die Tatsache, dass jeder Mensch, der uns besucht hatte immer nur mit Fragen zu mir kam, bei denen es sich um GELD GELD und noch mehr GELD drehte. Langsam kam mir das Gefühl als ein Geld-Objekt betrachtet zu werden. Und das spiegelte sich dann ebenso in meiner Mentalität wieder.
Aber als es schlimmer nicht mehr werden konnte, kam es ganz anders.
Mein Motorrad-Trip durch die Slums von Süd-Ost Indien (05.08.-07.08.)
Der Plan dieser Reise war folgendermaßen: Johne Murre und ich sollten an dem Donnerstag mit dem Motorrad nach Kakinada fahren um mich bei dem Distrikt Polizei Offizier von Ost Godavari endlich registrieren zu lassen, sodass ich mich legal auf den Straßen bewegen und arbeiten kann. Danach sollte er mich mit in sein Dorf Durgada nehmen, wo wir beide 3 Tage lang übernachten würden. Und tagsüber würden wir durch die umliegenden Dörfer fahren, damit ich ein besseres Bild von der ganzen Lage bekomme und die kleinen Büros sehen kann, indem die Leute von der Organisation meines Gastvaters arbeiten.
Nur leider lief es schon wieder sehr sehr anders:
Am Mittwoch zuvor wusste ich noch überhaupt nicht, was mich am nächsten Tage erwarten würde. Deswegen plante ich eigentlich meine ganzen Sachen zu waschen und an meinem Blog weiterzuarbeiten. Aber an dem Donnerstag, den 05.08. kam dann unerwartet John Murre zu uns nach Hause, es war gegen 7Uhr, und teilte mir mit, dass ich mich in einer halben Stunde fertig machen solle für einen 3 Tagesausflug. Mist dachte ich mir. Meine Sachen sind, mehr als die Hälfte, in der Wäsche und meinen Blog kann ich wieder nicht zuende schreiben. So nahm ich alles was noch sauber war mit und wir machten uns auf den Weg nach Kakinada.
Mit dem Motorrad durch die Städte und Straßen Indiens zu fahren ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Man kommt endlich weg von all diesen Werbepostern und Fashionmüll und sieht endlich mal das wahre Indien mit seinen Augen. Das wahre Indien hat aber leider auch seine Ecken und Kanten. Denn neben der schönen Landschaft die ich mir während meiner Fahrt anschauen konnte, ist das Elend auf den Straßen umso intensiver. Die Häuser sind so gut wie alle heruntergekommen, es fehlt fast überall an Krankenhäusern, die Busse und Lastwagen, die ständig an den Städten vorbeifahren, erzeugen einen wahnsinnig stickenden Geruch und verschmutzen die ganze Infrastruktur. Die Straßen sind, bis auf Ausnahmen, immer kaputt. Schlaglöcher wo man nur hinsieht. Und dazu kommt noch das Drängeln der Fahrer und die Hitze. Es sollte aber noch schlimmer kommen.
Als wir beide dann nach 2,5 Stunden in das 70km entfernte Kakinada angekommen sind machten wir uns sofort auf den Weg zum Büro des Polizeiinspektor. Ich hoffte, dass es schnell geht und wir endlich weiterziehen konnten, aber ich wurde wieder enttäuscht; Nachdem ich 10 Minuten im Büro des Polizeiinspektor warten musste, bis John mit meinem Pass aus dem Registerungsbüro wiedergekommen ist, teilte mir der Inspektor mit, dass ich keine Erlaubnis bekomme in diesem Distrikt weiter wohnen zu bleiben. Der Grund ? Auf meinem Visum steht geschrieben: „Arbeitet mit einer NGO – NewBeginnings Charitable Trust, Vijayawada (A.P.)“ und nirgendwo ist angegeben, dass ich in Rajahmundry mit der Organisation „Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee“ arbeite. Somit sind wir beide mit dieser Information aus dem Büro raus und mussten alles umplanen. Ich konnte das aber nicht einfach so hinnehmen. Deswegen überredete ich John und Ravi, den ich kurz danach das Problem per Telefon mitteilte, dass ich morgen nochmal hier hingehen würde um diese Sache zu klären.
Nach dem Mittagessen begaben wir uns dann in Richtung Durgada, dem Heimatort von John.
In Indien fängt absolute Armut und Elend da an, wo die Straße aufhört. Das bedeutet aber nicht, dass man sowas nicht im Alltag an jeder Ecke in meiner Gegend antrifft. Auf dem Weg nach Durgada zum Beispiel machten wir einen kleinen Stop in einem Städtchen damit sich John neue Slippers kaufen kann, denn seine waren auf dem Weg nach Kakinada kaputt gegangen. Als ich dann vor dem Schuhladen auf ihn wartete kam eine ältere Frau auf mich zu und ich dachte mir nur „Ach nicht schon wieder so ein lästiger Bettler“, aber zu meinem entsetzen musste ich feststellen, dass die Hand mir die ältere Frau ausstreckte ohne Finger war. Beide Hände waren fingerlos. So gab ich ihr anstatt wie jedem Bettler 1 Rupee diesmal einen 10 Rupee-Schein. Voller Freude nahm sie die Spende natürlich entgegen und bedankte sich. Trotzdem fing das absolute Elend erst in Johns Dorf Durgada an.
Es ist ehrlich gesagt schwer zu sagen wie das Dorf ist. Selbst am Tag als ich dort schlief fiel es mir schwer die passenden Worte zu finden um alles zu schreiben. Deswegen lasst mich zu aller erst einmal die Worte zitieren, die ich gegen 22:30Uhr in dem kleinen Zimmer verfasst habe, indem ich dann unter Beobachtung von allerlei kleinen Mitbewohnern, und damit meine ich nicht Indern, geschrieben habe:
Erkenntnis des Elend
„ Johns Dorf ist gelegen am Ende der Zivilisation. Ein Dorf, bestehend aus 4000 Menschen, wo unter 100, 35% an Aids leiden und wo in jeder Familie ein Mitglied unter Drogenmissbrauch leidet. Die Straße hört hier auf, deswegen kümmert sich keine Regierung um diese kleine Gesellschaft, und der Weg besteht nur aus Schlamm. Die Mädchen werden früh verheiratet, sodass die die finanzielle Bürde schnell verschwindet von der Familie. Heute fehlen mir einfach die Worte. Ich sitze gerade auf einem Bett, gemacht aus Leichtholz. Wir hatten schon den 3. Stromausfall in einer Stunde, jeder in dieser Familie ist entweder krank, unterernährt oder zu alt. Die Geräumigkeiten sind unbeschreiblich....“
Dies waren meine ersten Eindrücke von der Umgebung. John führte mich nach unserer Ankunft einmal herum. Und ich konnte all dieses Elend sehen. Nur 10m von seinem Haus entfernt lebt ein sehr alte Dame, die den ganzen Tag nur auf ihrem Holzbrett liegt und nichts tut. Ihr Sohn lebt gleich gegenüber von ihr, aber es ist ihm egal. Niemand kümmert sich wirklich um sie. Manchmal kommen bei ihr einpaar Leute vorbei um ihr doch noch etwas zu essen zu geben. Sie selbst ist zu schwach um sich aufzurichten, deshalb half John ihr auf damit wir uns mit kurz unterhalten können. Sie lebt vor einem kleinen Schuppen. Sie hat weder Licht, noch Wasser, noch Geld und Essen. Wirklich nichts. Kaum zu glauben dachte ich mir auch, aber jeder in Durgada ist vom Schicksal schlecht getroffen wurden und alle leiden unter dem Effekt von dreckigem Wasser und schmutzigen Essen. Dann geht zurzeit eine Grippewelle über das Dorf, was bedeutete dass fast jeder krank war oder ist. Das nächste Krankenhaus ist 40km entfernt. Es gibt weder eine Apotheke im Umkreis noch eine Busverbindung. Somit ist man im Falle eines Notfalls dem Lauf des Leben schutzlos ausgeliefert.
Im Dorf steht ein großer Wassertank von dem man sich das Wasser holen kann, nur muss man es immer vorher abkochen bevor man es trinken kann. Dann gibt es aber diejenigen, die sich nicht daran halten und das Wasser trinken, und die müssen eine schreckliche Krankheit mit sich tragen, die ihre Beine langsam schwach macht und dann dafür sorgt, dass sich die Knie gen Mitte fortbilden. Im Durchschnitt macht jedes Kind hier nur die Schule bis zur 7.-8- Klasse, weil es danach zu teuer wird für die Eltern. Kinderarbeit ist längst zum Alltag geworden in Durgada. Und die Frauen, die ihren Ehemann verloren haben kämpfen täglich darum einen Arbeitsplatz in den Reisfeldern zu bekommen, denn die drei Rikshas, die jeden Morgen hier vorbeikommen, nehmen nur eine gewisse Anzahl an Frauen mit. Jeder von ihnen verdient gerade mal 1$ am Tag.
Am Tag als wir dann wieder abreisten sah ich eine alte Frau, die an ihrem täglichen Leiden gestorben ist, neben einem Haus liegen. Niemand kümmerte sich um sie.
Vollgetankt mit all diesen Erlebnissen bin ich dann zurück nach Kakinada gefahren um mich nochmal dem Polizeiinspektor zu stellen um ihn klar zu machen, dass ich in Ost-Godavari bleiben muss. Ich geriet in einem verbalen Kampf mit ihm, teilte ihm mit, dass meine Organisation legal erlaubt sei Freiwillige in Andhra Pradesh an Partner-NGO's zu senden, dass ebenso die indische Botschaft in Berlin bescheid wüsste und dass es hier nur um eine Sache von Genauigkeit ginge. Aber er versteifte sich auf seine Aussage vom gestrigen Tag und daraufhin eskalierte alles umso mehr. Ich teilte ihm mit, dass ich nicht eine Million Mal hin-und herfahren würde nur um ihm jedes erdenkliche Dokument auf den Tisch zu legen, was beweisen würde, dass die Botschaft darüber Bescheid wisse. Daraufhin fing er an irgendeinen Blödsinn über Deutschland, England und USA im Vergleich zu Indien zu erzählen, worauf ich ihn gleich unterbrach. Die Polizisten kamen schon in das Büro rein, nur verstand keiner von denen etwas von unserem Streit. Nachdem ich ihm dann mitteilte, dass die anderen 3 Freiwilligen, die jetzt außerhalb Vijayawadas waren auch akzeptiert wurden von deren Distrikt Offizieren. Aber daraufhin meinte er nur, dass die Bauern Indiens keine Ahnung hätten über die Regeln, worauf in mir alles brodelte von meinem gestrigen Erfahrungen und ich ihm gegen den Kopf klatschte er solle die Diskriminierung gegenüber den Bauern sein lassen. Plötzlich wurde auch er enorm sauer, empfand es als Beleidigung dass ich im Namen der Bauern als Ausländer gegen ihn gesprochen habe und sah am Ende dazu gezwungen die Hierarchie-Nummer raushängen zu lassen. Damit meine ich dass er auf mein Geburtsjahr zurück kam, mich als „nur ein Kind“ bezeichnete, dass noch an Reife gewinnen müsse usw. Daraufhin war mir aber klar, dass es keinen Sinn mehr ergibt weiter zu diskutieren und ich lies es sein. John redete noch kurz mit mit ihm. Natürlich verstand ich kein Wort davon. Und das letzte was er mir sagte war, dass ich „dafür gekreuzigt werde“ aber ich sagte ihm dazu nur, dass der einzige der hier gekreuzigt wird er sei.
Ich erreichte nur, dass sie das Staatspolizeiamt in der Hauptstadt Hyderabad anriefen um meinen Fall zu berichten. Aber leider bekam ich auch von dort aus nur die selbe Antwort. Die einzige Möglichkeit die mir dann blieb war es nach Dehli zu fahren um mein Visum umschreiben zu lassen, aber Ravi teilte mir dann am Telefon mit, dass ich umgehend nach Vijayawada kommen muss denn die Registrierugsdeadline sei schon morgen. Später erfuhr ich dann von ihm, dass ich, sobald ich in Rajahmundry angekommen sei, alle meine Sachen zusammenpacken und zu ihm kommen muss, denn ich werde nicht wieder bei Sanjay Ganhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee wohnen.
Also ging es dann, schon als die Sonne unter gegangen war, mit all meinen Sachen zurück nach Rajahmundry. Es war sternenklarer Himmel, und wird fuhren auf der Autobahn mit dem Motorrad gen Rajahmundry. Es war schön für einen Moment mal wieder die Sterne in Ruhe betrachten zu können.
Dear Friends,
my life in India has began and the first three weeks were crazier then anything.
On the 19th of July, around 11:30pm, I landed at the airport Shamshabad, which is close to the capital of Andhra Pradesh. Finally, I made my first step on the ground of India. Due to the weather above the Middle East we had some issues during our flight, but after 10 minutes the situtation had calmed down, thus, we could continue our relaxed flight towards Central-India. Even though the flight was very long (9h), it was still pretty pleasant but still, I couldn't sleep, as always.
Shortly after we arrived in India, some members of the organization „NewBeginnings Charitable Trust“ picked us up. Each one of us four thought that we might stay at Hyderabad for a couple of days in order to take a big rest and acclimatize ,but we got disappointed. They told us that we need to prepare ourselves for another journey to Vijayawada, which, in their mind, was about 4 hours away. However, we took the small bus that they had provided and rode almost 7 hours towards Vijayawada, thus, throuout the entire night,. Two sat on small benches close to the boot, and the other two in the middle of our bus.
The Indian ''Highway''
Sometimes I have the impression that the Indian people are the best nation in terms of driving motorcycles or cars. I don't maintain that with positive thinking behind it, simply due to the fact that our seven hours ride to Vijayawada was literally the ''hell on earth''. On the indian highway, every single driver was more inconsiderate than the other. First of all, there was a permament sounding of horns, which almost made me think of being at a concert. Second of all, there was continous pushing and shoving. Everyone wants to be the first, everyone wants to be the fastest. Further, the highway was a single-lane, which meant that ghost-drivers came towards us. Even our driver was one of the previous describe type of driver, who risked changing the lane in order to overtake lorries. You have to imagine it in this way: It was during midnight, there are thousands of heavy lorries, cars and motorcyles on the road, and even under such conditions, lorries tried to overtake other vehicles by risking to become ghost-drivers. In addtion to that, there were no street-lamps besides the road, thus, the streets were completely dark and every vehicle had swithed on its full. Therefore, our driver was permanently been dazzled. I guess today I know why we stopped every hour. Our driver needed a break in order to breath and get his head clear.
Once, the central reservation on the road disappeared and all of a sudden our driver didnt know whether we would still be driving on our side of the road or not. Thus, sometimes we crossed the roadside and were almost driving on the meadow. In addittion to this, the street is also very much damaged and we often had to do immediate stops caused by many potholes. Later, there were cows and buffelos laying on the road, as if it would be the most normal thing in life and suprisingly, even people crossed the street without any awareness of fast cars.
Personaly, for me it was an unique experience. The only things that were positive during our ride, were nature, landscapes, and having church, mosque and hindu-temple almost placing side by side. That illustrated the religious diversities and therefore the acceptance to live together respectfully.
However, nowadays, even the smallest rules on traffic are just being ignored, such as traffic-light. People just drive as they wish to do, even if they take the wrong lane. It is astonishing that only a few accidents occur annualy, but that doesnt change the fact, the driving or riding a vehicle in India is extremly risky, especially for foreigners who are not used to such a chaos.
Vijayawada
Vijayawada was my first experience with an Indian city. As far as I know, approximately one million people live there. A travel guide regards the city as “positive suprise“ but for me, it was just a suprise due to the Indian culture and the living conditions in this “big“ city. I actually dont want to describe all of my experience so negative every time, please bear in mind that this is a subjective opinion, but I just attempt to describe reality to you and not just any euphemistic nonsense of how fabolous this place is and of how much you missed.
However, on the 20th July, around 8 o'clock, we arrive at the M-Hotel in Vijaywada. All of us were totally exhausted. As soon as we got into our rooms, we could prepare ourselves for a breakfast we never ever had before. Actually I had planed to eat Indian but the hotel staff kindly asked us whether they can make us some toast, coffee and cornflakes. Well, I told him he can prepare it. I mean, why not? But as soon as they brought us the food, we had to face the reality; Our toast were made in a pan, our cornflakes were mixed with water and milk and thereby became a brown “substance“ and the coffee, weeelll, they sprinkled salt in it. XD
I didn't took it that serious. Only for us, they were eager and ambitious to go around and buy all this food. Afterwards, we continued eating Indian food only. And it is great. First of all it tastes really well. You have to get used to the spice. And second of all, it is tremendouly healthy and you can not get enough of it, if you have started to eat it once.
Later that day, our coordinator and counsellor Ravi Sebastion visited us. He will be there for us in case of emergencies. Each one of us was given a book from his collection, so that we would have a „job“ before sleeping. Besides that, he has a very open-minded personality and in order to make it easier for us to acclimatise to the Indian way of living, he decided to send us to a hostel, which was more or less Indian like. Therefore, after staying 3 days at the M-Hotel, we moved to this christan hostel and stayed there until our project-leaders come and pick us up. Meals wwere provided by his wife every day, thus, we had to work only five minutes to reach Ravi's house.
Due to the fact that we only had about 7 days in Vijayawada, we planed a small journey through the temples and famous places. For example, we visited one of the biggest mountains, on which a huge christian cross was placed. Moreover, on the top of that particular mountain you were able to see almost the entire city and the surrounding countryside. Shortly after that, we travelled to the biggest dam that Vijayawada has got. I remember standing there and feeling the wind blowing through the entire place. It was fascinating to realize how strong and influential nature can be. Also, we had an astonishing tour along the mountains and hills surrounding the city. Therefore I can claim that Vijayawada has got plenty of beautiful nature but the living conditions portray the exact opposite. Everwhere I saw misery. It is hard to put these experience into world, I guess I still need some time to be able to explain this much better.
Well, after we visited the mountain and the dam we went to an ancient buddhist temple, which was about 1700 years old and after that we went on a speed-boat trip on the Krishna-river. Our journey ended when we travelled to the local hindu-temple, which was also located on top of a mountain. Finally, this week at Vijayawada has given me an interesting insight into the way of living and prepared myself for the upcomming events which I am going to face soon.
At Rajahmundry (24/07/- 07/08/)
On saturday the 24th of June, my host-father Sunda-Raiah, as well as my host-brother Sunda-Raju picked me up from the hostel at Vijayawada. On my way to Rajahmundry, I got introduced to John Murre, a workmate of my father and a very ambitious social-worker. Also, I had a conversation with my father but according to the fact, that I was not capable to speak any Telugu and due to the fact that his English was only concerning question about money, our conversation did not last a long time.
Anyway, I lived at Dowleswaram which is located 2 km before Rajahmundry. Yes, I say „lived“, because after living there 2 weeks, my stay became unconfortable. ( more on that later)
My old host-familie consisted of five members: My mom, father, sister (17), brother (26) and our houskeeper Lakshmi. My brother recently finished his Bachelor of Eucation after he already did a Bachelor and Master in Science. My sister studies at a college, which is specified on science and technology. She aims to study engineering afterwards as well as 30 million other students in this state.
The story of our houskeeper Kashmi is not so enjoyable. She was forced to marry when she was 14-15. Now she is approximately 60 years old. Sadly she doesnt know how old she is. She has got four boys and two girls, who dont really care about her. The government pays her 200 Rupees per month (3,60€ /3$). Her husband died 30 years ago. She cant either read or write and since 10 years she lives together with my old host-family.
Our house was absoulutely incredible compared to the standard living of the Indians. Even though my family only lives in the first floor, there equipments were very expensive. They have marble-ground, very nice painted walls, clean toilets, a well equiped kitchen, huge beds as well as golden fans on the ceiling. Currently, they are building a second floor, in which I was supposed to live. During my stay, I slept in the room of my sister. She slept at her brothers room. Above the second floor there is still a roof on which a radio tower is placed. Unfortunately, I have never seen the village, due to the fact that I was not allowed to go outside.
On the 7th of August I finally moved back to Vijayawada, but why?
I have to say that I was very warm welcomed by my old family. Even though my mother could not speak any English, she showed me her love through the food she made. It was fabolous. Since I lived there, I got used to the habit to eat food only with my right hand. Lakshmi on the other hand always made this delicious herb-tea, which I drunk after breakfast and lunch. During the 2 weeks I supported my brother to improve his oral English skills in order to give him the opportunity to score very high at his English-Final Exam. Finally, he suprisingly, got an A++. My sister on the other side was the only person in the family, who spoke English very well. But daily she studied from 8am untill 6:30pm. My hostdad was permanently busy with his work for his organisation ''Sanjay Gandhi Memorial Orphanage and Boarding Home Committee''. Thus, the whole time I was alone. There were two things, which I thought were the reasons, why they kept me at their house:
1.) The fact that, after being already one week in India, my family still did not achieve to get me registered at the police-station. And...
2.) ''As my family made it perfectly clear to me'': If someone sees me outside and realizes that I live at their place, all the donations which my family collects from their sponsors would be automatically cut, because people would think I supprort them financially.
Also, using the words ''help'' and ''support'' were strictly forbidden in case any guest asks me what I am doing here. I rather should say ''I do project work''. The situtation, according to this, was very difficult for me. But the reason why I was literally kept in a cage turned out to be different:
After living one week at Dowleswaram, Ravi visited my place in order to see whether I have already started to work. 2 days before Ravi came, I had a ''conversation'' with my host-dad concerning the entire programme which I am participating in. I communicated to him everything I knew, how it is built-up and such things but the only things, he really was interested about were concering the money business. Accordingly, Ravi was literally being put under pressure because since he ''knew'' something about my programme he made it perfectly clear to Ravi that in case he would not pay monthly for my stay, he never would take me to the Aids/HIV project, were I was supposed to work. By this moment, I did not know what was going on. Firstly, Ravi got told that the project lacked on money, thats why he tried to find some sponsors, but in fact, Sunda-Raiah was literally greedy after more money.
Day by day, I was at home, read books, helped Lakshmi to wash clothes, watched cooking and spent some time on the roof talking with myself. In additon, in case people came to our house to visit my family, the only questions I got asked about were always concerning Money Money and more Money. Slowly, I got the impression of being used as an object of money.
But when I thought it cant get worse, the entire situation changed from one day to another.
My motocycle-trip through the slums of south-east India (05/08/ - 07/08/)
The plan of this trip: John Murre and me would go by motorcycle to Kakinada, which was 70km far away in order to finally register myself at the district-police station of East-Godavari. Afterwards, he would take me to Durgada , where we intended to stay for 3 days. Daily, we would visit all the surrounding villages, so that I get a clearer picture of the entire situation.
Unfortunately the entire trip did not proceed as expected:
On wednesday, the day before the trip started, I did not even know what is going to happend the other day. Therefore I actually planed to wash my cloth and continue working on my blog. John Murre came to our house at about 7am in the morining. I was still sleeping. John stepped into my room, telling me I should be ready in about half an hour, so that we could go to a 3 days trip. I thought 'damn', more then half of my clothes need to be washed and again, I can not finish my blog. Thus, I took all my fresh and clean clothes and we started our journey to Kakinada.
Travelling by motorcycle through the villages of India was really an unique experience. You do not see any of these huge banners anymore and you finally, see true India through your own eyes. True India, unfortunately, has got lots of problems. Besides beautiful landscapes, which I saw during my ride, the misery here is more intensive. Buildings are destroyed and seedy, everywhere hospitals are missing, the traffic-chaos creates an intense smoke and smell. The streets are always destroyed. Everywhere there are potholes. But it became even worse.
After 2.5h of riding, we finally reached Kakinada and the office of the police-inspector. I was hoping that the registration would be quick, so that we can move on but I got disappointed; After waiting 10 minutes in his offce until John came back from the registering-office, the inspector told me that he is not allowing me to stay at East-Godavari. The Reason?? On my visa it says: ''To work with NGO – NewBeginnings Charitable Trust, Vijayawada (A.P.)'' and it doesnt say anything about me working in Rajahmundry together with ''Sanjay Gandhi Memorial Orphanage Boarding and Home Committee''. Thus, we left the office and had to re-plan. But I still was not satisfied by the explanation of the inspector and therefore I convinced John as well as Ravi, with whoom I was talking via phone, that I am going to try to get my permission to stay here by tomorrow.
After the lunch, John and me took the motorcycle and travelled to Durgada, the native place of John.
In India, I guess, real poverty starts when the streets end. That doesnt mean, that you dont see anything like this daily on the road. On our way to Durgada, for example, we had to stop in a small town because John's slippers broke. While I was waiting infront of the shoe-shop, an old lady came to me in order to ask for some money. In the beginning I thought that she is just a usual beggar as almost all the others, but then I realised that she does not have any fingers. Such experiences will you make every day in India. She was very happy when I gave her a little bit and thanked alot. But still, the absolout misery started at Durgada.
To be honest, it is quiet difficult to say how this village is like. Even on the day when I slept there, I struggled finding words to describe it. Therefore please let me quote the text, which I wrote on that particular night, around 10:30pm, when I was sitting in this small room being watched by small creatures living in the same room:
Realization of the misery
''John's village is placed at the end of the civilisation. A village, consisting of 4000 inhabitants, where under 100, 35% are suffering from Aids and where in each family, at least one members is suffering from drug-abuse. The streets end here, thus, no government looks after this small Community. The walk consists of mud. Girls are getting married very early so that the financial burden disappears among the parents. Today, my words are missing. At the moment, I am sitting on bed, consisted of wood. We already had three powercuts within one hour, each member in this family is either sick, undernourished or too old. The spaciousness is indescribable...''
These were my first impressions of my surrounding. John took my through his village after we arrived. It was the first time seeing all that misery with my own eyes. There is an old lady living only 10metres far from John's house. Every day she lies on here bench and does not do anything. Her son lives opposite to her ''house'' but he does not care about her. Nobody is takes care of her. Sometimes there are a few people giving her food. She can not get up by herself, she lives in a small shed, without electricity, water and food. She really, has got nothing. It is hard to believe, I know, but almost the entire population of Durgada is suffering from similar issues. All the people are suffering from the fact that there is no clean water to drink. Currently, there is a floo going around the village, which means that the majority of the people are sick. The next hospital is 40km far away. There is no phamarcy or bus-line. Thus, in case of an emergency, people are being kept alone.
There is a big water-tank, where people always get their water from. But you have to boil it first before you can drink it. Then, you got people who dont do that, and who suffer from a horrible disease caused by a fungi in the water, which makes people's legs unable to function properly. On average, every child goes to school until they reach grade 7-8. After this, it is too expensive for the parents. Thus, child-labour has become usual at Durgada. Women, who already lost their husbands, are daily fighting for a work-place at the farms. Every day, only three Riksha's come to the village in order to pick up a specific amount of people. Those who achieved to go to work, only earn as much as 1$ per day.
On the day when John and me were about to depart, we have seen an old lady expired by the fact that nobody looked after her. She lay besides a house.
The misery which I have seen there, made me more convinced to come back to Kakinada in order to tell the police-inspector that I need to stay at East-Godavari because there is so much to do here. Accordingly, I got literally into a verbal fight with the police inspector. I told him that my organisation was legally allowed to send volunteers to partner-NGO's across Andhra Pradesh. I also told him that this issue is just a matter of specificy and that the Indian Embassy in Berlin is aware of the fact that I live at Rajahmundry. But his ignorance to understand the points which I explained to him, made the situation escalating. I communicated to him that I would not travel a million times from Rajahmundry to Kakinada only because to proof, by showing him the document, which I received before I came to India, that the Indian Embassy is aware of me staying at Rajahmundry. Later, he started comparing India with Germany, England and the USA by which I did not see any point in comparing this now. It was simply senseless to do so. I interrupted him immediately. The police was already in the office watching the entire conflict but nobody understood any word. After I told him that the other three volunteers were also accepted at there districts, he told me that the peasants in India does not know anything about the rules in India. By that point, all the memories from yesterdays trip came into my mind, I got very angry by telling him to stop his discrimination towards the peasants. Suddenly, he got angry as well, cause he had the impression of being insulted in the name of the peasants, by a foreigner. And in the end, he made use of the ''hierachy-strategy'', by discriminating my due to my age. By that point, I knew that it is senseless to continue arguing. John tried to convince him, but the only thing we achieved was that they called the state police at Hyderabad in order to ask whether I could stay, but even they did not allow. In the end, he told me that I am going to get crucified by this but I told him he is the only person who gets crucified here.
The last opportunity in order to stay at East-Godavari was to go to Delhi and rewrite my visa. But Ravi told me to come back to Vijayawada within 24hours because the registration deadline has almost reached. I needed to get registered by tomorrow, otherwise , he told me, I would get arrested. Also, he told me that I am not going to come back to Rajahmundry anymore. Therefore, me and John were supposed to travel back to Rajahmundry, pack up all my stuff and ship me back to Vijayawada as quick as possible.
Accordingly, I rode back to Rajahmundry. It was already night. It was a beautiful night. I was able to see the stars very cleary while riding by 70kmh on the Indian Highway. It was nice moment, just sitting on the motorcycle and watching the stars peacefully.
Sonntag, 4. Juli 2010
Der Anfang / The Beginning
Liebe Freunde,
dieser Blog wurde erstellt um es euch leichter zu machen meine Erlebnisse und Erfahrungen in Indien dauerhaft verfolgen zu können.
Vom 19. Juli 2010 - 10.Juli 2011 werde ich in der indischen Provinz Andhra Pradesh, in der Stadt Rajahmundry, in dem Feld "Gemeindeentwicklung",der Organisation "New Beginnings Charitable Trust" als Freiwilliger unterstützen.
Dear Friends,
this blog was specifically created for you to make it much easier following the experience and events I am going to have during my stay in India. From July 19th 2010 until July 10th 2011 I am going to live in the indian province Andhra Pradesh, in the city Rajahmundy and I will support a NGO called "New Beginnings Charitable Trust",as a volunteer, in the field "Community Development".
Ich hoffe ihr genießt meine Beiträge und schreibt mir ab und zu einige Kommentare dazu.
I hope you guys enjoy reading my posts and I am always happy to receive some comments.
...Marcel Gretzschel
dieser Blog wurde erstellt um es euch leichter zu machen meine Erlebnisse und Erfahrungen in Indien dauerhaft verfolgen zu können.
Vom 19. Juli 2010 - 10.Juli 2011 werde ich in der indischen Provinz Andhra Pradesh, in der Stadt Rajahmundry, in dem Feld "Gemeindeentwicklung",der Organisation "New Beginnings Charitable Trust" als Freiwilliger unterstützen.
Dear Friends,
this blog was specifically created for you to make it much easier following the experience and events I am going to have during my stay in India. From July 19th 2010 until July 10th 2011 I am going to live in the indian province Andhra Pradesh, in the city Rajahmundy and I will support a NGO called "New Beginnings Charitable Trust",as a volunteer, in the field "Community Development".
Ich hoffe ihr genießt meine Beiträge und schreibt mir ab und zu einige Kommentare dazu.
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...Marcel Gretzschel
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