Liebe Freunde,
der August war ein Monat voller neuer Erfahrungen und Erkenntnisse. Nachdem ich meine kleine Motorradtour mit John Murre beendet habe ging es fuer mich natuerlich so schnell, wie nur moeglich nach Vijayawada, um mich bei der Polizei registrieren zu lassen. Ich wusste, dass wenn ich nicht innerhalb von 2 Wochen, nach meiner Anreise, angemeldet bin, Probleme auftreten wuerden. Nur habe ich diesen Zeitraum schon lange ueberschritten gehabt, zu diesen Zeitpunk, was nun automatisch die Folge hatte, dass NewBeginnings Charitable Trust eine Strafe von 1500 Rupien (15€) bezahlen musste. Wiederum wurde mir im Polzeiamt von Vijayawada ausdruecklich mitgeteilt, dass ich nur in dieser Stadt zu bleiben habe. Es scheint so, dass jedes Polzeiamt hier in Andhra Pradesh wohl seine eigenen Gesetze macht. Diesmal hatte ich aber ehrlich gesagt keine Lust mehr mich mit irgendeinem Beamten anzulegen, weil ich einfach nur noch meine Aufenthaltsgenehmigung haben wollte, um endlich unter die Leute zu kommen. Mein Koordinator Ravi, der jetzt automatisch verantwortlich fuer meine Essenzeiten geworden ist, bestaetigte mir auch nochmal, dass jeder Auslaender als potentieller Terrorist angesehen wird. Deswegen der ganze Stress. Somit empfange ich woechentlich einen speziellen Polizeioffizier, der nur mich besucht, schaut wie es mir geht, befragt mich ueber meine Aktivitaeten in der letzten Woche und journalisiert dann diese ganzen Informationen in seinem kleinen suessen Buechlein. Alles fuer die Sicherheit !! :D:D
Ich kann euch sagen, dass der August relativ kurz verlief. Langsam habe ich das Gefuehl mein Zeitgefuehl zu verlieren, denn jeder Tag beginnt anders und hoert auch anders auf. Hoert sich vielleicht normal an, aber die Routine, die ich hier anspreche, die ist noch nicht vorhanden.
Zurzeit haben wir hier aber Monsun. Und das bedeutet, dass es jeden 2. Tag wirklich heftig ueber Stunden regnet. Ich lebe jetzt in meinem eigenen Haus, am Fuße eines Berges, was wiederum bedeutet, dass das ganze Wasser, bergabwaerts fliesst und ich eigentlich kaum davon getroffen werde. Leider ist ein dickes Loch in meinem Dach. Was zur Folge hat, dass, jedesmal, wenn es regnet, meine Lobby sowie der Tuerbereich meines Wohnzimmers unter Wasser steht. Mein Haus selbst ist fuer meine Verhaeltnisse zu gross. Man koennte sagen ich habe mein eigenes Territorium bekommen. Wenn man durch das Tor in mein Areal marschiert, dann befindet sich links mein Haus und geradewegs mein kleiner Garten. Links und Rechts neben meinem Garten stehen zwei Toilettenhaeuschen. Auf dem einen kann ich duschen, denn ich habe eine grosse Wassertonne drin stehen, die ich jeden 3. Tag neu auffuellen muss. Meine Toiletten sind dem asiatischen Stil angeglichen, das bedeutet keine Sitztoiletten. Das Haus selbst besteht aus 4 Raeumen. Eine Eingangslobby, in der ein Tisch steht und mein 5l Wassertank. Ein Wohnzimmer indem mein Arbeitstisch steht, ein Regal in dem ich mein ganzes intellektuelles Zeug hineinstgestellt habe und an der Wand haengt noch ein Spiegel. Neuerdings haengt noch eine Karte von Vijayawada und Indien an der Wand. Mein Schlafzimmer beinhaltet ein Bett, Schrank und Regal. Leider ist kein Ventialor in meinem Schlafzimmer, deswegen muss ich meine Matratze jeden Abend in mein Wohnzimmer befoerdern, sodass ich dort unter dem Deckenventilator einmal der Hitze entkomme und zum zweiten, den laestigen und malaria-dengue-und co-infizierten Moskitos. :D Somit nutze ich den Wind um mich von toedlichen Krankheiten zu schuetzen. Aber meine Beine und Arme sind trotzdem jeden Abend Opfer von Moskitoattacken. Und wisst ihr was, ich wurde tatsaechlich krank am 19. August. Bevor ich dazu komme; es steht noch eine kleine Kueche in meinem Haus. Leider befinden sich nur einpaar Sachen wie Teller, Besteck und mein Glukosepuder darin. Kochmaterial bekomme ich erst in einpaar Monaten, sowie Kuehlschrank fuer das Wasser, damit es auch immer schoen kalt ist. ;)
Am 19. August, wenn ich das so sagen kann, hat es mir wirklich rausgehauen, ausgeknockt. Ich lag 2/3 Tage mit 39/40 Grad Fieber im Bett. Hatte enorm konfuse Traeume. Schwitzte viel und betete dafuer, dass es mir endlich besser gehen soll. Ich spekulierte sogar zu einem Krankenhausbesuch, denn ich fuerchtete, dass es mich wirklich schlimm erwischt haben musste. Nachdem sich dann mein Fieber gelegt hatte auf 38/37 bekam ich aber Kopfschmerzen, Schwindel, Durchfall und wenn ich mich nur 5 Minuten auf meinen Beinen bewegt hatte spuerte ich einen Sauerstoffmangel in meinem Kopf und wurde fast ohnmaechtig. Ja, mir ging es also nicht so gut. :D :D Das wiederspiegelte sich dann auch in meinem Essverhalten und mein Beduerfnis nach Wasser. Gluecklicherweise kuemmerte sich meine neue Familie gut um mich. Sie besorgten mir gutes Paracetamol, lieferten mir Essen, fragten permanent wie es mir geht und somit musste ich diese Sache nicht alleine durchstehen. Trotzdem war es fuer einpaar Stunden sehr erschreckend, da ich noch nie in meinem Leben derartig krank war und in einem solch langen Zeitraum.
Jetzt aber zu meiner Arbeit und den dazugehoerigen Erfahrungen und Erkenntnissen. Ich glaube fuer uns alle ist das Phaenomaen “Armut” , Kinderarbeit und Menschenrechtsverletze kein Geheimnis. Wir alle koennen uns etwas darunter vorstellen. Somit haben wir die Erkenntnis. Aber wenn man es mit seinen Augen sieht, und dabei feststellen muss, dass auch wenn die Menschen die Erkenntnis haben, dann aber trotzdem nichts schnelles dagegen machen, eher mehr Finanzen fuer unwichtigen Kram ausgeben, dann zeigt dies doch, dass von Erkenntnis und eigentlicher AKTION ein grosser Abstand/Luecke besteht. Mit Menschen meine ich nicht du oder ich. Es geht hier mehr um die Regierung von Andhra Pradesh. Aber jetzt zum Geschehen:
Wenn ich mich recht erinnere dann war meine Arbeit mit “The Chain of Charitable Trust” nur einpaar Tage lang. Dies liegt wieder an der Tatsache, dass viele Gelder fehlen und dadurch keine Arbeit zur Verfuegung steht. Das aenderte aber nichts an der Tatsache, dass wir uns 2 Tage lang, zu Fuss in die weit abgelegenden Gebiete von Kondapulli gemacht haben um diverse Arbeitscamps oder Doerfer oder Siedlungen zu besuchen. Das Gebiet um Kondapulli, welches ich meine, beherbergt ein riesiges Steinbruchareal. Man kann sagen, dass sich eine enorm lange Bergkette in dieser Gegend ausstreckt in der irgendeine Firma taeglich, mit Dynamit, Loecher in die Berge sprengt um so Granit zu gewinnen. Die Menschen, die das traurige Schicksal haben, dort zu leben, sind in der Realitaet gar keine Buerger von Andhra Pradesh. All diese Menschen kamen aus Orissa, einerm, im Norden von Andhra Pradesh, gelegenden, Bundesstaasts Indiens. Warum ? Die Frage laesst sich dann beantworten wenn ich ueber die Interviews mit den Buergern von dort berichte. Aufjedenfall ist diese Gegend enorm gefaehrlich. Ich selbst habe eine Sprengung miterleben koennen und muss festellen, dass die herumfliegenden Gesteinsbrocken, toetlich sind. Unter anderem entsteht durch Sprengung und durch die herumfahrenden Lastwagen ein enormer Smog, und eine riesiger Staubwolke oder Nebel, der sich um die ganze Region verbreitet. Ebenso gibt es keine Elektrizitaet und Trinkwassertanks mit dem die Menschen dort ein halbwegs ordentlichen Leben fuehren koennen. Strom im kleinen Sinne, steht nur den Bueros zur Verfuegung, die sich an den Bergen befinden. Aber ringsum den Doerfern, befinden sich nicht einmal Strassen, geschweigedenn Feldwege. Alles ist irgendwie zurecht geschnitten und dass hat wiederum zur Folge, dass Mensch und Natur in dieser Gegend sehr nah aneinander liegende Nachbarn sind. Ebenso scheint die Sonne extrem stark auf diese Landflaeche, was ich ebenso mit erleben konnte, und selbst heute noch ist mein Nacken so dunkelbraun wie mancher Kaffee. Die Menschen dort leiden also schon alleine durch die Umgebung. Jetzt aber zu dem, was ich von den Buergern nach einem langen Interview herausbekommen habe:
Nochmal generell zu der Situation bei Kondapulli ist zu sagen, dass die Menschen dort aus Orissa kommen. Die Regierung von Andhra Pradesh erkennt diese Staemme nicht als Mitbuerger Andhra Pradeshs an, was wiederum bedeutet dass 90% dieser Staemme keine Indentitaet haben. Nur selten besitzen einzelne Familie seine sogenannte “Familienkarte”, welche aber nur mit viel Druck und Bezahlung an die Behoerden herausgegeben werden konnte. Es gibt weder Schulen unter den Staemmen, keine Stromversorgung, kein Trinkwasser und nur eine kleine Quelle in der Naehe des Stammes indem die Menschen sich duschen und ihre Sachen waschen. Noch vor kurzem lebten die Staemme dort allesamt in Lehmhausern mit Palmendaechern, bis vor kurzem die Organisation mit der ich arbeitete, durchsetzen konnte, dass fuer die Staemme wenigstens vier Waende gebaut werden. Diese aber so schlecht wie man es sich nur vorstellen kann, ohne Wandtapizierung, einfach nur Stein auf Stein und befestigt. Durch die mangelnde Bildungssituation sprechen die Leute dort nur Orria, koennen weder Telugu, Hindi oder Englisch. Was zur Folge hat, dass , auch wenn man sie in Schulen schicken wuerde, sie nicht mit den lokalen Menschen kommunizieren koennen. Die Organisation hier schafft es stufenweise den Kindern Basisuntericht in Telugu, Englisch und Wissenschaften zu geben, sodass sie spaeter auf eine staatliche Schule gehen koennen um dort einen Abschluss zu machen. Nur fehlen immernoch viele Gelder, um das Schulgeld zu bezahlen und dadurch wird sich die Planung dieser Sache noch leider auf Jahre verschieben. Grund ? Die schlechte Bezahlung von 1,50 € am Tag macht es nur moeglich die notwendigen Mahlzeiten pro Tag fuer Familien zu besorgen. Ebenso kaempft die Organisation dafuer, die Eltern vieler Kinder davon zu ueberzeugen, dass die Steinbruch-Arbeit fuer die Kinder zu keinem produktiven Resultat fuehren wird in den naechsten Jahren. Leider zerhacken immernoch viele Kinder taeglich Steine und verdienen sozusagen ihr Essen damit. Wenn man das ganze pragmatisch betrachtet, dann ist die mangelnde Bildung unter den Menschen, die sich ueber Jahre angehaeuft hat, Grund, wieso die Arbeit und das Geldverdienen fuer das Essen immer im Vordergrund stehen, denn auch ohne Lesen und Schreiben konnten viele ueberleben. Man kann sich viel streiten was das Beste fuer die Menschen dort ist, aber man sollte nicht anfangen da zu schneiden wo die Wurzel ihr Ende hat, sondern, da wo der Stamm der Pflanze am staerksten ist, sie herauszieht und endlich wachrueckelt auf einer sozialen Ebene, die Gerechtigkeit und Schutz fuer all diese Staemme gibt. Die Regierung. Die Erkenntnis und Anerkennung der Menschenrechte differenzieren sich enorm stark von der Realitaet in dieser Gegend und Spass hat dort keinen Platz mehr;
Jetzt zu den Interviews...
Am 14. August befand ich mich also im “Jaising Camp” und redete, durch einen Orria-Uebersetzer namens Saggar, der ebenso ein Sozialarbeiter von The Chain of Charitable Trust ist, mit einer, ich wuerde schaetzen, mitte 30-jaehrigen Frau namens RANGITA. Leider weiss sie ihr Alter nicht, sodass ich jetzt nur nach meinem Gefuehl gehen muss. Sie teilte mir mit, dass sie schon 10 jahre im Steinbruch arbeitet und lebt. Sie hat mittlerweile 2 Kinder, eines ist 5 Jahre alt und das andere ist 2 Jahre alt. Der Grund fuer sie nach Andhra Pradesh zu kommen war das Problem des dichten Waldes in Orissa, der keine Moeglichkeit zur Arbeit fuer sie bot und heute auch immernoch der Grund ist warum sie nicht zurueck geht. Ebenso fehlt der Schlafplatz und die Arbeit in ihrem alten zuhause. Nachdem ich sie fragte, was denn fuer sie “Armut” bedeute, so sagte sie mir es waere eine Person, die absolut nichts an Sachen, Wasser und Essen hat. Auf meine Frage, ob sie sich als arm ansehen wuerde gab sie mir die Antwort, dass sie durch Gott gepriessen wurde und dadurch ihr Essen, Trinken und Leben hat. Ja, sie ist Christin. Die imperialistische Verbreitung des Christentums hat sogar den letzten Winkel in Kondapulli verseucht. Fuer sie zeigt Jesus Christus Gnade zu ihr mit dem Erbe. das auf ihr jetzt liegt. Wie viele von euch bestimmt vermuten hat RANGITA keinerlei schulische Bildung. Sie kann weder schreiben noch lesen. Nachdem ich sie dann gefragt habe, ob sie gluecklich sei mit dieser Situation, so antwortete sie, dass obwohl sie 3 mal am Tag zu Essen bekommt, sie nicht gluecklich mit der Situation ist, denn der Gedanke daran, dass sie nicht zurueck nach Orissa kommen kann, bekraeftigt dies noch mehr. Besonders nah ans Herz ging mir die Antwort auf die Frage, was sie denn mache, wenn sie krank ist. Aufrgrund von Geldmangel ist sie leider gezwungen den Besitzer des Steinbruchs zu fragen ob er Geld und die Moeglichkeit geben kann, sie oder ihre Familie ins Krankenhaus zu bringen. Leider passierte es einmal, dass eine ihrer Toechter aufgrund dieser Problematik, aufgrund von Krankheit, welche man haette heilen koennen, gestorben ist. Im Allgemeinen macht die ganze Umgebung sie krank. Dies laesst sich am Aussehen der Menschen und der Koerperhaltung ganz leicht erkennen. Umso mehr veraergert sie die Korrpution der Minister des Landes, denn ausnahmlos alle muessen sehr stark unter dem Arbeitszwang und den darausfolgenden Konditionen leiden. Ihr Ehemann zum Beispiel leidet sehr stark an einer koerperlichen Unfaehigkeit, welche es ihm nicht erlaubt im Steinbruch zu arbeiten. So versucht er wenigstens Ziegen zu verkaufen und kann sogar manchmal und mit viel Glueck einen guten Verkauf machen, den der Familie Essen fuer eine Woche bringt. RANGITA selbst arbeitet jeden Tag von 8 Uhr bis 16 Uhr und verdient dabei eine Summe von 90 Rupien, also 1,50€ am Tag. Ich wurde natuerlich gefragt ob ich hier sei um den Menschen ihr Recht auf ein sicheres Zuhause mit grosser Unterstuetzung sichern wuerde, aber dies ist leider nicht der Fall. Trotzdem wurde mir von ihr gesagt, dass sie die Familie als zentralen Punkt ihrer Staerke sieht, und das jede Erschuetterung durch den Familienzusammenhalt eingedaemmt wird. Am Ende des Interviews wurde ich noch reichlich mit Blumen beschenkt und auf dem Weg wurde mir mitgeteilt von ihr, dass sie niemals sich haette erdenken koennen, dass ein Auslaender auf die armen Menschen hier schauen wuerde. Somit habe ich unter den Menschen einen enormen Respekt verdient der mit viel Verantwortung gebunden ist.
Mein zweites Interview hatte im 5km entfernten Aardbi-Steinbruch stattgefunden. Diesmal kam der ganze Stamm, umkreiste mich und BALBIRSINGH und hoerte dem Gespraech konzentriert zu. BALBIRSINGH ist ein 30 jaehriger Mann. Er lebt sogar seit 30 Jahren schon im Aardbi-Steinbruch. Seine Arbeit ist ebenso wie bei den anderen, die Arbeit im Steinbruch. Er hat 4 Kinder (16), (8), (7) und (6). Nachdem ich ihn gefragt habe wieso seine Eltern denn nach Andhra Pradesh gekommen sind, so teilte er mir mit, dass sie aufrgund von Arbeitslosigkeit und keinen Mindeswerten von Essen gezwungen waren das Land zu verlassen. Fuer ihn ist ebenso jemand arm, der nichts hat und er selber sieht sich als arm an. Er teilte mir mit, dass er Hindu sei, ihm aber Gott jeden Tag die Kraft gebe die Verantwortung fuer seine Familie zu uebernehmen. Ebenso wie alle anderen hat auch BALBIRSINGH keine schulische Bildung, kann also weder lesen noch schreiben. Ueberaschenderweise ist er gluecklich mit seiner Situation, denn er sieht das Arbeitscamp mittlerweile als sein zuhause und wenn er zurueck gehen wuerde nach Orissa, dann wuerde fuer ihn kein Zuhause und Job vorhanden sein. Im Falle von Krankheit gibt es fuer ihn zwei Moeglichkeiten ein Krankenhaus zu erreichen. Entweder laufen oder mit dem Fahrrad fahren. Auch er ist abhaengig von Geldern der Besitzer, denn sei Budget von 100 Rupien pro Tag (1,60€) reicht nicht aus um medizinische Versorgung zu kaufen. Er teilte mir ganz offen mit das “natuerlich” die Regierung daran Schuld sei. Und wenn die Menschen nach Veraenderung draengen wuerden, so wuerde keiner interessiert sein und niemand auf sie hoeren. Es kennt sie nicht mal jemand, die Kleinen, wie er sagte. An offziellen Papieren besitzt er eine Wahlkarte und eine Armutskarte, die ihm erlaubt Essen zu guenstigeren Preisen zu bekommen.
Zum Schluss und Abschied des Interviews wurde ich in BALBIRSINGHs Glauben eingweiht, dass ich von der Goetterseite gekommen waere um den Menschen bei ihm zu helfen. Wieder wurde ich mit Blumen beschenkt und danach liefen wir wieder zurueck zu unserem Buero, 20km entfernt von den Steinbruechen.
Als Immigrant im eigenen Land angesehen zu werden ist eine unglaubliche Erfahrung, die ich bis jetzt in Indien gemacht habe. Ironischerweise gibt es dann solche Leute die mir entgegentreten, von ihrem Land und ihrer Freiheit, Unabhaengigkeit und von der Befreiung der Sklaverei etc. schwaermen und dann selber nicht einmal wissen, dass die meisten Offiziellen sich auch nicht anders benehmen als zuvor. Und das ausgeloest von einem fiktiven provinzialistischen Egoismus, der den Menschen im Lande eher schadet als hilft.
Und die Staemme in Kondapulli leiden heute noch. Jetzt im Moment. Und das werden sie auch noch 10, 20 und noch mehr Jahre lang. Wo es auf der einen Seite an Ueberfluss nur so wimmelt, ist auf der anderen Seite gar nichts vorhanden. Wo bleibt da die Menschlichkeit? Das global-soziale Gefuehl von einem Miteinander, welches uns eigentlich durch unsere Bildung, unsere Politik und dergleichen zusammenschweissen sollte und uns nicht voneinander isolieren sollte. Es gibt noch viel zu machen und viel zu entdecken in Indien.
Ich halte euch auf dem laufenden. Der September scheint ein interessanter Monat zu werden. Ich fange bei einer Kinderrechts-bewilligungsorganisation an und mein 20. Geburtstag steht vor der Tuer.
Bis dahin,
Adieu ..und bleibt menschlich ;)
Dear Friends,
the month of August was full of new experience and discoveries. In order to register myself as quick as possible, I left Rajahundry after the motorcycle-trip through the East-Godavari district. Of course I knew that I am going to get into serious troubles if I would not register myself with a period of two weeks after my arrival in India. But, by that time, the two weeks time period was already been crossed which automatically meant that NewBeginnings Charitable trust was forced to pay a penalty of Rs. 1500 to the police office. (15€). Also, the police inspector of Vijayawada tremendously stressed on the fact that I have to stay at Vijayawada and do not ever leave the city without informing the police. It seems that every police station in Andhra Pradesh creates its own rules. I did not want to get into another argument with any of these police men, therefore I just acknowledged the fact to be visited by a special branch police officer weekly, so that I obtain my permission to stay here and get involved into the life. In addition, my coordinator Ravi confirmed the fact that each foreigner is regarded as a potential terrorist here, therefore I went through this stressful registration business. Safety first!! :D :D
In general, I have the impression that the month of August was relatively succinct. Gradually, I get feeling of losing my sense of time, which is related to the fact that every morning and every evening ends differently. Of course, normally the day ends not as the one before but I am stressing on the fact that there has not still been a general routine in my life in Vijayawada.
Currently we have got the monsoon period. Thus, every second day it rains heavily for hours. I live in my own house now, which is located at the foot of a mountain. The house itself is supposed to be the office of NewBeginnings Charitable Trust, but Ravi does not use it at the moment, so that I can dwell in it. However, the rain causes a heavy water flow, but due to the reason, that I live at the foot of the mountain, the water flows downhill and does not hit my house, luckily. Unfortunately there is a lack in my roof, which causes that my living room and the entrance hall get wet. To be honest, the house is too big for me. I could even claim that I have got my own territory. If you enter through the gate into my “territory”, on the left-hand side you will find my house. If you walk straight, you will be able to have a nice overview of my garden. Besides the garden on the left-hand as well as right-hand side there are rest-rooms. One of them is also being used for showering, because I have got a huge butt in it, which I need to fill with water every third day. My toilets are adjusted to the Asian style that means not sitting-toilets. The house itself consists of 4 rooms; an entrance lobby in which a table and a 5L water tank have been placed, a living-room, which has also got a table and some shelves. Then, I have got a bed-room, but unfortunately there is no fan on the ceiling which means every day, I have to carry the mattress to the living room and sleep there, because it is the only room which has got a fan on the ceiling. Also, it is the only fan which protects me from the hot temperature and also from the malaria-dengue-and co. infected mosquitos. :D Thus, I use the wind in order to protect me from deadly infections. Still, my feet and arms are casualties of mosquito-attacks every night. And do you know what, I, in fact, became sick on the 19th of August. But before I reach that point, there is still a kitchen in my house in which I put things like plates, cutlery and my glucose-powder. I am going to receive the cooking-equipment in a couple of month as well as a refrigerator for the cooling the water. ;)
On the 19th of August, if I can say that, I really got knocked out completely. I have spend 2/3 days laying on my bed and suffering from 39/40 degree fever. I had very confusing dreams. I sweat a lot and prayed for recovering as rapidly as possible. I even speculated on going to the hospitals because I feared to be infected with the worst. After my fever has decreased to 37/37 degree I still suffered from head ache, dizziness, body-pain, diarrhoea and every time I walked, I felt a lack of oxygen in my head and therefore, I almost lost my consciousness. Yes, I have to admit, I felt bad. ;D Even my eating-habit suffered. Luckily my new family looked after me. They gave me paracetamol, carried the meals to my house and always kept observing my condition. Thus, I did not go through that hell alone. But still, for a short period it was really frightening, since I never was sick in such a way and such a long time-frame.
Now, I would like to start and focus on my work relating to the experience and discoveries, which I made. I think the phenomenons of “poverty”, “child-labour” and “violations of Human Rights” are not a secret for all of us. Every single one of us has an impression of what those words mean. Thus, we all have the awareness of such problems. But, if you discover these issues with your own eyes, and you confirm that we have the awareness but still do not act against it rapidly, not even a little bit, and moreover, use our financial resources for unnecessary rubbish, then, it indicates that, there is still a huge gap between the awareness and the action. Further, I do not accuse you or even me, I am looking at the government of Andhra Pradesh. So, but now to the event:
Excuse me when I am wrong, but I guess, the duration of my work together with “The Chain of Charitable Trust” was just a couple of days long. Due to the fact that, again, a lack of money existed in order to implement the project, I was only able to walk to the tribes of Kondapulli and interview the local citizen. The area around Kondapulli, which I am telling about, is surrounded by a huge quarry. There is a long mountain range and the tribes are dwelling immediately alongside the place, at which the dynamite explosion occur, in order to gain granite out of the mountains. All these people are not aboriginal from Andhra Pradesh. They emigrated from the neighbouring state Orissa to Kondapulli in order to get rid of their unemployment and live a healthy and safe life in Andhra Pradesh. However, the area around the mountain range is tremendously dangerous. I made the experience to be present at one of the explosions and I have to say that, the stones, which are bombed out of the mountain are deadly. In addition to that, just a single explosion causes a large fog of dust which distributes itself through the entire territory around the quarries. Also, there is no electricity and drinking water supply available there, which automatically do not enables the citizens to, at least, have an adequate life. Furthermore, around the villages there are no streets and not even small paths. Everything has just been put aside so that an approximate way is available to reach the villages. Nature and Humans live side by side at that place. Likewise, the sun shines directly on this land and brings about a gigantic increase of the temperature. Okay, lets get to the information, which I obtained by interviewing the local citizens:
Again, generally speaking, the people are from Orissa. The Government of Andrha Pradesh does not recognize them as citizen of Andhra Pradesh. Rather, they are regarded as immigrants, which means, they have no identity card. Rarely, families have a so-called “family card”, which they received by the government only by pressuring them and paying a vast amount of money. There are no schools available there, no electricity, no drinking-water and the only place, where people are able to shower and wash their clothes is a small spring, that is located in front of a quarry. Just a couple of month ago, all of the people dwelled in small loam-houses, which have palm-leaves as roof. Luckily, “The Chain of Charitable Trust” enabled the construction of small houses which have wall made of bricks. However, the conditions of those buildings are terrible, because the effort which was put into the work, only reached up to the point when bricking up was done. Due to a lack of education all the people there only speak Orria and nobody is able to communicate either in Telugu, Hindi or English. Therefore, “The Chain of Charitable Trust” gradually achieves to offer basic lessons for a small number of children in Telugu, Hindi, English and Science. Thus, to enable them to study at a school and graduate. However, due to vast lack money, school fees cannot be paid thus, to achieve this goal it is going to take years. Reason? The ludicrous salary of 1,50€ per day only enables families to have their necessary meals per day. Likewise, “The Chain of Charitable Trust” fights for children to stop working at quarries, where most of them, even today, break stones daily. The issue is that parents are hardly convinced by the fact that stopping their children and letting them go to school will be more productive then working. Pragmatically speaking, the poor education among the tribes, which accumulated through many years, is the only reason why “earning money for food” has become the salient aim of each day. Therefore, the capability to read and write is not going to bring them their desperately needed food. We could argue about, “what is the best” for them. But metaphorically speaking, we should not cut the roots at the end, moreover, we have to pull-out the stem of the plant and wake it up in a social manner to reinforce the sense of justice and safety among all those tribes. We have to wake up the government. The Awareness and Recognition of basic Human Rights differentiate enormously in this area.
Now, to the interviews:
On the 14th August I have been to the “Jaising Camp” and I interviewed RANGITA via a face-to-face translator called Saggar, who is also a social worker of “The Chain of Charitable Trust”. RANGITA is approximately in the mid. 30's. Unfortunately, she does not know her age. Since 10 years she lives there. Meanwhile, she has got 2 children. One of them is 5 years old and the other one is 2 years old. The reason for her to move to Andhra Pradesh is that due to a dense forest in Orissa, she could not find an opportunity to work. Even today this issue makes it impossible for her to go back. Also, there would be no place available to sleep and to work. After I asked her, what she regards as “poor” she communicated to me that, it is a person, who has got absolutely nothing. No food, water and cloths. Subsequently, I asked her whether she regards herself as “poor” and she answered she was blessed by god with Food, Water and a life. Yes, she is Christian. Even the last corner of Kondapulli has been poisoned by the imperialistic distribution of Christianity. She believed that with this heritage, Jesus Christ shows mercy to her. I guess many of you already assume that RANGITA has no basic education. She cannot read nor write. Afterwards, I asked her whether she is happy with this situation and she told me that even though she gets 3 meals per day, she is not happy with the situation, because the only thought, that she cannot move back to Orissa confirms the unsatisfactory even more. I felt highly touched after she told me that, due to the fact that hospitals and pharmacies are petty far away and a lack of money makes her requesting the owner of the quarry for support, ones, one of her daughters expired due to a disease, which could have been healed, if she got the appropriate health-support. Generally speaking, the entire environment weakens the people. This is easily observed by the appearance and posture of the people. RANGITA highly blames corrupt ministers because of this condition. All people are forced to work for survival and suffer from the coherent conditions. Her husband for example heavily suffers from physical inability, which makes it impossible for him to work at the quarry. Accordingly, he attempts to sell goats and sometimes, if he is lucky, he makes an extraordinary sale and is able to buy food for one week. RANGITA works from 8 a.m. until 4 p.m. and earn 90 Rupees per day (1,50€). Of course I was asked whether I visit “Jaising Camp” in order to help the people, but that was not the case. Even though, as RANGITA told me, they face heavy problems every day, the family is the central point of their strength and nothing shall interfere this as long as they stick together. By the end of the interview, I received flowers and a vast respect by the people, because none of them thought that a foreigner would come to listen to their daily-issues. And the respect is related to a large responsibility.
The second interview took place at “Aardbi quarry”, which was 5km far from the “Jaising-Camp”. This time, the entire tribe revolved around BALBIRSINGH and me in order to listen carefully to the conversation. BALBIRSINGH is a 30 years old man. He even lives at the “Aardbi-Quarry” for 30 years. His work is the same as the work of all the other fellow-men. They all break stones daily. He has got four children; (16), (8), (7), (6). His parents came to Andhra Pradesh because of unemployment and no basic value for nutrition. I also asked him what he regards as “poor” and he answered in the same way RANGITA, someone, who has got nothing. BALBIRSINGH regards himself as poor. He communicated to me that he is a Hindu, but god sends him the energy to take the responsibility over his family. Due to no basic education he cannot read and write. Surprisingly, he told me he is happy with the current situation, because he regards this place as his home, already. If he goes back to Orissa, there will be no work-place and house available for him. In case of sickness, there are two opportunities to reach a hospital or pharmacy: To walk or by a bicycle. He also depends on loans from the owner of the quarry to buy medical supply, because his salary of 100 Rupees (1, 60€) is not enough. He highly stressed on his opinion that, the government should be blamed for these inconceivable conditions. If the people would push for a change, nobody, as he said, is going to listen to them and shows any interest. The only official documents, which he has got are a voting-card and a poverty-card, which enables him to buy food for less costs.
In the end of the interview, BALBIRSINGH involved me in his belief that I came from the “god-side” in order to help them. Again, I received flowers and we returned to the office, which was 20km far from the quarries.
To be regarded as an immigrant in the own country was an unbelievable experience, which I made in India. Ironically, sometimes people come to me and highly glorify their country for its freedom, independence and liberation from the slavery without being aware of the fact that even some their officials do not behave different then previously. And everything caused by a fictitious-“provincialistic”-egoism, which weakens the people rather then help.
The tribes of Kondapulli still suffer today. Right now, at this moment. And it is going to continue for more then 10 or 20 years. Where one side has got such an abundance of the basic needs, the other side has not got anything. Where is humanism? The global-social feeling of one and all, which is actually given to us by our education, the politics and so on, to stick us together and do not isolate us from each other. There are still a lot of things to do and to discover in India.
I will keep you updated. The month of September seems to become a very interesting one. I start to work with a Child Rights Advocacy Foundation and my 20th birthday is knocking on the door.
Till then,
Adieu, .. and be human ;)